Erstellt am 10. Februar 2016, 05:03

von Thomas Schindler

Herz stand kurz still: „Ich war bereits tot“. Mit Blaulicht raste Mediziner zu seinem Patienten nach Hause und konnte ihn im letzten Moment reanimieren.

Allgemeinmediziner Florian Imböck, Luba und Jankel Tultschinsky sowie Ida Olga Höfler, eine gute Freundin der Familie.  |  NOEN, Schindler

Nachdem er schon in der Vergangenheit Probleme mit dem Herzen hatte, deutete Jankel Tultschinsky die plötzlich aufgetretenen Symptome richtig und rief seinen Hausarzt Florian Imböck an: „Ich glaube, ich habe einen Herzinfarkt.“ Fünf Minuten später stand der Mediziner im Wohnzimmer des 67-jährigen Patienten und kam gerade noch rechtzeitig, um ihn wiederzubeleben.

Mit Rettungshubschrauber ins Krankenhaus

Tultschinsky, ein gebürtiger Moldawier, der seit 25 Jahren in Österreich lebt, erinnert sich im NÖN-Gespräch: „Es war am 12. Jänner gegen 9 Uhr in der Früh, als mir plötzlich übel wurde. Ich griff zum Handy und wählte die Nummer von Dr. Imböck.“ Der versah gerade im „Barbaraheim“ Dienst. Der Allgemeinmediziner kannte die Nummer seines Patienten: „Gewöhnlich hebe ich nicht sofort ab, sondern rufe zurück, wenn ich Zeit habe. Diesmal sagte mir aber mein Bauchgefühl, dass es sich um einen Notfall handelt.“

Nach einem kurzen Telefonat raste der Arzt zu Tultschinsky. Die EKG-Untersuchung bestätigte die Vermutung des Pensionisten. Dann gingen beim Patienten „die Lichter aus“: Herzstillstand! Imböck begann sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. In der Zwischenzeit war auch der Notarzt eingetroffen. Gemeinsam konnten die beiden Mediziner Tultschinsky reanimieren.

Mit dem Rettungshubschrauber ging es ins Krankenhaus Mistelbach, wo versucht wurde, mittels Herzkatheter ein verengtes Gefäß zu dehnen. Auch ein kleiner Defibrillator wurde dem Patienten implantiert, der bei einem künftigen Ernstfall einen lebensrettenden Stromstoß abgeben soll.

„Fünf Minuten später wäre es aus gewesen“

Drei Wochen später sitzt Tultschinsky wieder in seinem Wohnzimmer und trinkt mit Gattin Luba gemütlich eine Tasse Tee. Imböck ist auch anwesend und sieht nach dem Rechten: „Es war wirklich Rettung in letzter Minute. Ein bisschen später und es wäre vorbei gewesen.“

Das weiß auch der 67-Jährige, der seinem Hausarzt und auch dem Krankenhaus Mistelbach mehr als dankbar ist: „Ich war bereits tot und Dr. Imböck hat mich zurückgeholt.“