Hohenau an der March

Erstellt am 14. Juli 2016, 04:00

von Nina Wieneritsch

88-Euro-Zahlschein: Unternehmer verwirrt. Brief des Wirtschaftsverbands sorgt für Unmut: Wer beigefügten Erlagschein einzahlt, ist nämlich automatisch dabei.

Das Schreiben des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands sorgt für Verwirrung.  |  privat

Unmut herrscht bei regionalen Unternehmern: Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) verschickte jüngst Briefe samt Zahlschein über 88 Euro – und stiftete damit einiges an Verwirrung. Der Grund: Das Schreiben lässt sich für viele erst auf den zweiten Blick als Mitglieder-Anwerbung enttarnen.

Eine Hohenauer Buchhalterin (Name der Redaktion bekannt) schildert das Problem: „Einer meiner Kunden dachte, es würde sich um einen zwingenden Beitrag an einen Teil der Wirtschaftskammer handeln und hat die Summe daher brav eingezahlt.“ Und sie legt nach: „Meiner Meinung nach ist das Mitglieder-Phishing und hat nichts mit einer korrekten Mitgliederwerbung zu tun.“

Landespräsident ortet keinerlei Probleme

SWV-Landespräsident Günter Ernst stellt auf NÖN-Anfrage fest, „dass in unserem Schreiben ausdrücklich der Hinweis enthalten ist, dass es sich in unserem Fall um eine freiwillige Mitgliedschaft handelt. Dieser Hinweis ist uns sehr wichtig“.

Und weiter: „Immer wieder wenden sich von uns angeschriebene Unternehmer im Wissen, dass die Mitgliedschaft eine freiwillige ist, mit Anliegen an uns, um die wir uns sofort kümmern.“ Aufgrund des Schreibens sei es möglich, auf raschem Weg für Gewerbetreibende da zu sein. Drösings SP-Bürgermeister Josef Kohl ist SWV-Ansprechpartner für den Bezirk.

Auch er sieht keinerlei Schwierigkeiten: „Die Aktion läuft schon seit Jahren, auch im Bezirk – bisher ohne Probleme.“ Außerdem gehe durch das groß abgedruckte SWV-Logo eindeutig hervor, dass das Schreiben nicht von der Wirtschaftskammer ist. „Es handelt sich um eine reine Mitglieder-Aktion, die vor allem Kleinstbetriebe unterstützen soll“, erklärt Kohl.