Erstellt am 06. Juli 2016, 04:30

von Nina Wieneritsch

Petition Ärztemangel: FP ging nun zu SP-Landesrat. Um den „medizinischen Ausverkauf“ in der Gemeinde zu verhindern, übergaben Freiheitliche Androsch 450 Unterschriften.

 |  FPÖ

Die Zahnärztin ist nach Bernhardsthal abgewandert, der Dienstposten der Gemeindeärztin wurde per Gesetz abgeschafft und Hohenau schaut, zumindest was die ärztliche Versorgung innerhalb der Gemeinde betrifft, durch die Finger (die NÖN berichtete). Die Gemeinde sei schon länger an der Sache dran – und: „Wir werden natürlich weiter intervenieren“, kündigte SP-Bürgermeister Robert Freitag schon früher im NÖN-Gespräch an.

Die örtliche FPÖ spricht von einem „medizinischen Ausverkauf“ Hohenaus und hatte deshalb bereits im Mai eine Petition gestartet (die NÖN berichtete). Diese wurde immerhin von 450 Bürgern unterschrieben – wenig verwunderlich, glaubt man Hohenaus FP-Obmann Hannes Wlas: „Es zeichnet sich eine akute medizinische Unterversorgung unserer Gemeinde ab, welche vor allem die älteren und chronisch kranken Einwohner treffen wird.“

Eigentlich, so Wlas, wollte man mit dem Bürgermeister gemeinsame Sache machen, doch dieser sagte bereits früher im NÖN-Gespräch, die Aktion prinzipiell zu unterstützen, die FPÖ solle die Unterschriften aber „gleich dorthin bringen, wo sie letztlich hingehören, nämlich zum zuständigen Minister“.

Diesen erreichte man zwar nicht, die Petition, die unter dem Titel „Keine medizinische Unterversorgung in Hohenau“ läuft, wurde nun aber dem zuständigen SP-Landesrat Maurice Androsch übergeben.

Bei der Übergabe mit dabei war auch FP-Landtagsabgeordneter Martin Huber, der kritisiert: „In bestimmten Regionen ist die Gesundheitsversorgung nicht einmal ansatzweise gesichert.“ Der Beruf des Landarztes sei von der Politik schlechtgeredet und finanziell unattraktiv gemacht worden.

Er forderte Androsch bei der Übergabe der Unterschriften deshalb einmal mehr auf, etwas zu unternehmen, denn: „Bei der Gesundheit unserer Bürger darf einfach nicht gespart werden.“

FP fordert Gemeinderat auf, aktiv zu werden

In Hohenau plädieren die Freiheitlichen indessen für verstärkte Bemühungen des Gemeinderates, um die Ansiedlung von Fachärzten und Allgemeinmedizinern zu gewährleisten – und das, obwohl SP-Ortschef Freitag schon länger Gespräche führe, wie er selbst sagte. Wlas gibt sich dennoch kämpferisch: „Wir werden alles tun, um unseren Bürgern eine rasche, kompetente und hochwertige medizinische Versorgung zu gewährleisten.“

Umfrage beendet

  • Ist Hohenau medizinisch unterversorgt?