Hohenau an der March

Erstellt am 15. März 2017, 02:26

von Jutta Hahslinger

Prozess: „Grundsteuer-Skandal“ ging jetzt vor Gericht. Aus Überlastung will Buchhalterin der Gemeinde Hohenau unterlassen haben, in 106 Fällen die Grundsteuer vorzuschreiben.

Symbolbild  |  BVZ, Symbolbild: Bilderbox

Fehler räumt die ehemalige Buchhalterin (55) der Gemeinde vor Gericht zwar ein, sie will aber keinen Amtsmissbrauch begangen haben. „Erst war ich nur für die Buchhaltung zuständig. Dann wurden die Arbeit und die Aufgabengebiete immer umfangreicher. Ich war massiv überlastet und zum Schluss am Rande eines Burnouts. Ich kam mir vor wie ein Hamster im Rad“, schildert die 55-Jährige. Sie schaffe das nicht mehr, habe sie die Vorgesetzten informiert, aber keinerlei Unterstützung erhalten, nur noch mehr Arbeit, beklagt die langjährige Gemeindemitarbeiterin vor dem Schöffensenat.

Arbeit – die zeitaufwendige Bearbeitung und Vorschreibung der Grundsteuer – sei dann liegengeblieben: „Ich habe stets versucht, die eingelangten Bescheide des Finanzamtes der Reihe nach zu erledigen, aber es ist nicht immer gelungen. Es ist immer enger geworden und es blieb keine Zeit zum Aufarbeiten. Ich schaffte neben dem laufenden Tagesgeschäft nur einige Akten. Ich wollte die Gemeinde doch nicht absichtlich schädigen“, beteuert die Angeklagte.

106 Fälle blieben liegen und verjährten: Es erwuchs ein uneinbringlicher Schaden von 99.382 Euro. Für weitere Zeugeneinvernahmen und der Einholung eines psychologischen Gutachtens vertagte Richterin Anna Wiesinger den Prozess.