Hohenau an der March

Erstellt am 20. August 2016, 03:02

von NÖN Redaktion

Tierschützerin im Jagdgebiet. Annäherung: Nach wiederkehrendem Streit wegen Fasanjagden führte Direktor der Stiftung Fürst Liechtenstein Tierschutzsprecherin durch das Revier. Diese sieht „großen Fortschritt“.

Jagdleiter Hans Jörg Damm (Stiftung Fürst Liechtenstein), Alexandra Benedik und Steve Weeks (Mitarbeiter der Stiftung Fürst Liechtenstein, von links) bei der Revierbegehung.  |  zVg

Bei Fasanjagden in den vergangenen beiden Jahren kam es wiederholt zu Konfrontationen zwischen Alexandra Benedik, KPÖ-Tierschutz-Sprecherin aus Hohenau, und Hans Jörg Damm, dem Jagdleiter und Direktor der zur Stiftung Fürst Liechtenstein gehörenden Forstverwaltung (die NÖN berichtete mehrmals). Benedik hatte immer wieder gemeinsam mit dem „Verein Gegen Tierfabriken“ die in ihren Augen brutale Vorgehensweise bei Treibjagden stark kritisiert.

Nun erfolgte eine erste Annäherung der beiden Streitparteien: Jagdleiter Damm lud Benedik zu einer Rundfahrt durch das Revier, um sie vor Ort über die Bemühungen der Stiftung hinsichtlich des Niederwilds und die damit verbundenen ökologischen Verbesserungen zu informieren.

Während die Fasane bisher vier Wochen vor Beginn der Jagdzeit direkt im Revier ausgesetzt wurden, hat man nun einen anderen Weg eingeschlagen, mit dem Ziel, eine Population zu etablieren, die sich in Zukunft im Revier selbst erhalten kann. Dafür setzen die Jäger in erster Linie auf die Optimierung des Lebensraumes. „Der Weg durchs Augebiet führt an vielen geschaffenen Hecken, Blumenwiesen, Äsungsflächen und auch eigens angelegten Feuchtbiotopen vorbei“, schildert Benedik ihre Eindrücke.

Davon profitieren gleichzeitig auch viele andere Tiere, die nicht bejagt werden. „Wir haben hier eine große Vielfalt an Singvögeln und insgesamt wurden mehr als 240 Vogelarten beobachtet. Dass die Natur intakt ist, zeigt auch die in den letzten Jahren zunehmende Anzahl an Seeadlern, die in den March-Thaya-Auen überwintern“, beschreibt Damm die positiven Auswirkungen der aufwendigen Maßnahmen. Betont wird auch die gute Zusammenarbeit bei Projekten im Bereich Hohenau zwischen der Stiftung Fürst Liechtenstein und dem WWF sowie BirdLife.

Mitarbeiter wurde eigens eingestellt

Benedik zu den jüngsten Bemühungen: „Den Versuch, nicht nur kurzfristig Fasane auszusetzen, sondern einen stabilen Bestand herzustellen, sehe ich als großen Fortschritt zum früheren Vorgehen. Ich konnte mich auch davon überzeugen, dass der eigens für dieses Projekt eingestellte, spezialisierte und erfahrene Mitarbeiter sehr um die Tiere bemüht ist.“

Und Damm ergänzt: „Wir haben uns für den Aufbau eines ausreichenden Naturbestandes einen Zeitrahmen von fünf Jahren gesetzt. Dann kann beurteilt werden, ob das Projekt erfolgreich umsetzbar ist oder nicht.“