Hohenruppersdorf

Erstellt am 04. August 2016, 05:00

Alarm: Wieder Fall von Pflanzenkrankheit „Feuerbrand". Bakterium wütet nach 2013 erneut in Hohenruppersdorf. Die Behörde verordnete diverse Verbote.

Blätter und Blüten befallener Pflanzen welken plötzlich und verfärben sich braun oder schwarz. Die Triebspitzen krümmen sich hakenförmig nach unten, die Pflanze sieht wie verbrannt aus – daher der Name „Feuerbrand“. Innerhalb von zwei bis drei Wochen sterben junge Pflanzen ab. Ältere halten länger durch.  |  NOEN, privat

Für Menschen und Tiere ist er nicht gefährlich, aber er bedroht Intensivobstanlagen, Streuobstwiesen, Baumschulen, Hausgärten und sogenanntes landschaftsprägendes Straßenbegleitgrün: Die Rede ist vom „Feuerbrand“. Dabei handelt es sich um eine durch Bakterien verursachte Krankheit, die vor allem Apfel- und Birnenbäume, aber auch Quitten, Mispeln, Vogelbeeren sowie den Weißdorn und Feuerdorn befällt.

Mehrere Fälle im südlichen Weinviertel 2013

Bezirkshauptmann Martin Steinhauser: „Die Verbote werden frühestens in drei Jahren aufgehoben.“  |  Archiv

Schon im Sommer 2013 berichtete die NÖN über mehrere Feuerbrand-Fälle im südlichen Weinviertel. Damals war vor allem das Gebiet um Klein-Harras betroffen, gefolgt von Bad Pirawarth, Kollnbrunn, Niedersulz und Hohenruppersdorf. Letztere Gemeinde steht behördlich auch diesmal wieder auf der schwarzen Liste. Bezirkshauptmann Martin Steinhauser:

„In Hohenruppersdorf gibt es derzeit eine von einem Sachverständigen festgestellte Befallsstelle. Wir mussten daraufhin eine entsprechende Verordnung erlassen. Das heißt, es wurde zum Schutz der benachbarten Gebiete im Umkreis von bis zu drei Kilometern eine Befallszone abgegrenzt.“

Innerhalb dieser sind einige Verbote zu befolgen. So dürfen dort zum Beispiel bis auf Weiteres keine Feuerbrand-Wirtspflanzen ausgepflanzt werden. Dazu zählen die vorhin genannten Bäume und Sträucher, wobei es aber auch Ausnahmen gibt – insbesondere, wenn es um Pflanzen mit gezielter Fruchtnutzung geht.

„Die Abgrenzung wird erst aufgehoben, wenn die nächsten drei Jahre lang kein weiteres Auftreten der Pflanzenkrankheit in dieser Zone festgestellt wird.“

Steinhauser

Wie lange werden die besagten Verbote in der Befallszone gelten? Steinhauser: „Die in der Verordnung erfolgte Abgrenzung wird erst aufgehoben, wenn die nächsten drei Jahre lang kein weiteres Auftreten der Pflanzenkrankheit in dieser Zone festgestellt wird.“ Übrigens: Wer sich nicht an die Verordnung hält, begeht eine Verwaltungsübertretung und muss mit einer Strafe rechnen.

Wenn man im eigenen Garten eine Feuerbrand-Infektion vermutet, meldet man dies am Gemeindeamt. Dort wird einem das weitere Prozedere erklärt. Erkennt man den Befall frühzeitig, kann man die Pflanze durch gezielten Rückschnitt noch retten. Ist der Befall weiter fortgeschritten, bleibt meist nur die Rodung, um ein Ausbreiten auf gesunde Pflanzen zu verhindern.