Erstellt am 19. März 2016, 05:04

von Jutta Hahslinger

„Ich wollte doch nur Steuersünder helfen“. Geld aus unbekannter Quelle leitete Weinviertler gegen Provision weiter und beging damit das Vergehen der Geldwäscherei.

 |  NOEN, Erwin Wodicka / wodicka@aon.at

"Als Arbeitsloser bekomme ich keinen Kredit. Da habe ich mich im Internet schlau gemacht, und dann ist mir das E-Mail ins Haus geflattert. Ein Angebot, wo ich für eine Überweisung über mein Konto Geld bekomme“, schildert der Weinviertler (55) aus dem Bezirk Gänserndorf vor Gericht.

Kein Einkommen, Schulden und Geldsorgen: Der Weinviertler überlegte nicht lange. Die Aussicht auf schnell verdientes Geld ließen ihn jegliche Bedenken verdrängen.

„20 Prozent wurden mir zugesichert. Und die überwiesenen Beträge (4.800 und 2.106 Euro), die ich dann weitergeleitet habe, erschienen mir zu klein für linke Geschäfte. Ich habe nur gedacht, wenn ich das einige Male mache, kann ich mir eine Palette an Heizmaterial kaufen. Ich habe geglaubt, dass ich einem Steuersünder helfe, der sein Schwarzes Geld vor der Finanz in Sicherheit bringen will“, erklärt der Weinviertler und beteuert, er habe nie daran gedacht, dass das Geld von geplünderten Konten stamme.

„Sehe ein, dass ich Fehler gemacht habe“

„Wenn man für eine bloße Überweisung, für einen Gang zur Bank, 900 Euro bekommt, würde das jeder machen – wenn es legal wäre. Sie ahnten, dass das nicht mit rechten Dingen zugeht, ein unsauberes Geschäft ist, und damit sind wir schon beim Delikt der Geldwäscherei“, macht Anklägerin dem Beschuldigten klar, dass es ihn nicht vor Konsequenzen bewahrt, wenn er sich dumm stellt.

„Ich sehe ein, dass ich einen Fehler gemacht habe. Die Aussicht auf schnell verdientes Geld war einfach zu verlockend und wie sagt man so schön, Geldgier frisst Hirn‘, es tut mir sehr leid“, gibt der Beschuldigte schlussendlich reumütig Fehler zu.

Der bislang unbescholtene Weinviertler kommt mit einer Diversion – 60 Stunden gemeinnützige Arbeit – noch einmal glimpflich davon.