Erstellt am 20. März 2016, 05:04

von Jutta Hahslinger

In Mafia-Manier bedroht. Eine Geldeintreibung in Gänserndorf eskalierte und brachte ein Burschenquartett wegen Raubes auf die Anklagebank. Für den Anführer setzte es drei Monate auf Bewährung.

Eine geplante Geldeintreibung in Gänserndorf lief aus dem Ruder und endete letztlich vor dem Richter.  |  NOEN, Shutterstock/Andrey_Popov

Die beängstigende Aussicht auf eine mehrjährige Gefängnisstrafe wegen schweren Raubes zeichnet sich in den Gesichtern der vier Angeklagten ab. Bleich, angespannt und sichtlich geknickt präsentiert sich das Burschenquartett.

Der 20-jährige Weinviertler, Initiator der missglückten Geldeintreibung, übernimmt die Verantwortung, will aber keinen Raub begangen haben. Er und ein Wiener (21) gestehen Nötigung. Die Mitangeklagten wollen von der geplanten Geldeintreibung nichts gewusst haben. Der Weinviertler schildert, dass er mit den befreundeten Wienern nach Gänserndorf gefahren sei, um ein Darlehen von 1.200 Euro einzutreiben.

1.200 Euro geborgt

„Ich habe das Geld von dem 23-Jährigen mehrfach gefordert. Er hat auf meine Anrufe nicht mehr reagiert und dann herrschte völlige Funkstille“, schildert er. Dann sei ihm der Geduldsfaden gerissen und er sei mit seinen Freunden ausgerückt. „Ja“, gesteht er, die zum Teil ahnungslosen Freunde habe er zur Verstärkung mitgenommen.

Beim Parkplatz einer Trafik habe er den zahlungsunwilligen Schuldner (23) dann zur Rede gestellt, ihm das Handy entrissen und geohrfeigt. Dem Opfer sei es dann gelungen, davonzufahren, aber der Angeklagte habe noch dessen Handy in Händen gehabt: „Aber ich wollte es nicht rauben, sondern nur verhindern, dass er die Polizei anruft. Das wird mir jetzt als Raub ausgelegt“, so der Weinviertler.

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren glaubt ihm der Schöffensenat die beteuerte Nötigung und verhängt über den bislang unbescholtenen Weinviertler drei Monate auf Bewährung. Auch der aktive Helfer mit dem Schlagring kommt mit drei Monaten bedingt davon. Das Strafverfahren gegen die übrigen zwei Wiener wird auf eine Probezeit von zwei Jahren eingestellt. Nicht rechtskräftig.