Erstellt am 20. Januar 2016, 05:03

Jeder setzt auf eigenes "Pferd. Bezirksparteichefs hoffen auf Sieg ihrer Parteifreunde. FPÖ wartet noch auf blauen Kandidaten.

SPÖ-Landeshaupt- mannstellvertreterin Karin Renner  |  NOEN, Herbert Käfer

Bisher stehen vier prominente Namen auf der Kandidatenliste für die Bundespräsidenten-Wahl am 24. April: Rudolf Hundstorfer (SPÖ), Andreas Khol (ÖVP), Alexander Van der Bellen (Grünen) und Irmgard Griss (parteilos) wollen Heinz Fischer (SPÖ) als Präsidenten ablösen. Welchen Kandidaten die Freiheitlichen ins Rennen schicken, steht noch nicht fest. Was sagen eigentlich die Parteichefs des Bezirks zur Ausgangslage?

SP-Landeshauptmann-Stellvertreterin Karin Renner aus Markgrafneusiedl ist sich sicher, dass Griss am schlechtesten abschneiden wird: „Sie konnte bisher keine politischen Erfahrungen sammeln, für das höchste Amt im Staat sind das natürlich keine guten Voraussetzungen.“

Während für Renner Van der Bellen zu weit links und Khol zu weit rechts steht, sei Hundstorfer der Mann der Mitte: „Er besitzt jahrelange politische Erfahrung, agiert besonnen und hat somit die besten Chancen, die Wahl für sich zu entscheiden.“

Lobner: „Wahlkampf wird spannend“

Für VP-Landtagsabgeordneten und Bürgermeister René Lobner aus Gänserndorf kamen die Kandidaturen von Van der Bellen und Hundstorfer nicht wirklich überraschend: „Anders der Antritt von Andreas Khol, weil bis zuletzt spekuliert worden war, dass Landeshauptmann Erwin Pröll kandidiert.“

Lobner ist überzeugt, dass der Wahlkampf auf jeden Fall spannend wird. Er hofft natürlich, dass Khol in die Stichwahl kommt und diese für sich entscheidet. Ist er mit 74 Jahren nicht schon zu alt? „Nein. Er ist fit und vital. Schon frühere Präsidenten waren ähnlich alt und damals war die Lebenserwartung noch geringer.“

Für Grünen-Gemeinderätin Beate Kainz aus Gänserndorf ist natürlich Van der Bellen der Favorit: „Er denkt und arbeitet nachhaltig, im Gegensatz zu den anderen Kandidaten.“ Für Griss spreche, dass sie eine Frau ist: „Dennoch ist sie für mich unwählbar, weil sie Akten des Hypo-Untersuchungsausschusses vernichtet hat, was unprofessionell ist.“ An Khol stört Kainz, dass dieser für eine Obergrenze für in Österreich aufgenommene Flüchtlinge plädiert. Zu Hundstorfer wiederum fällt ihr nichts ein: „Er liegt nicht auf unserer Wellenlänge.“

Steindl: "Unser Kandidat kommt noch"

FPÖ-Gemeinderat Herbert Steindl aus Untersiebenbrunn stellt – das ist die blaue Parteilinie – das Amt des Bundespräsidenten infrage: „Dieses Thema sollte man einmal in der Öffentlichkeit diskutieren.“ Steindl geht aber davon aus, dass diesmal auch die Freiheitlichen einen Kandidaten ins Rennen schicken werden.

Von den anderen hält er nicht viel: „Griss und Van der Bellen stehen nicht für unsere Werte, Khol ist viel zu alt und Hundstorfer tritt nur an, damit der erfolglose SP-Verteidigungsminister Klug Verkehrsminister werden kann.“


Die Kandidaten

Rudolf Hundstorfer (64), ein gebürtiger Wiener, war Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes und ist seit Dezember 2008 Minister für Soziales und Konsumentenschutz.

Andreas Khol (74), geboren in Deutschland und aufgewachsen in Südtirol bzw. Tirol, war von 2002 bis 2006 Nationalratspräsident. Zuletzt fungierte er als Bundesobmann des ÖVP-Seniorenbundes.

Alexander Van der Bellen (72), ein gebürtiger Wiener, war Nationalratsabgeordneter und von 1997 bis 2008 Bundessprecher der Grünen.

Irmgard Griss (69), eine gebürtige Steirerin, ist pensionierte Juristin und ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofes in Österreich.