Erstellt am 05. November 2015, 04:02

von Jutta Hahslinger

Junge Mädchen belästigt. Die fehlende Ehefrau kompensiert ein 52-Jähriger aus Mistelbach mit Aufriss-Fahrten nach jungen Mädchen. Nun setzte es einen richterlichen Warnschuss.

Richter Neumar zum Angeklagten: »Ihr Verhalten, mit einem Auto durch die Gegend zu fahren und sich an Mädchen zu begeilen, ist letztklassig.«  |  NOEN, NÖN
„Sind Sie auf der Suche nach einer Frau?“, will Richter Helmut Neumar von dem 52-jährigen Angeklagten wissen. Der gebürtige Bosnier, der seit Jahren in Mistelbach wohnt, lässt per Dolmetsch wissen: „Was soll ich Ihnen sagen. Einmal bin ich auf der Suche, dann wieder nicht.“ Vehement leugnet er, am 28. April 2015 in Dobermannsdorf im Bezirk Gänserndorf versucht zu haben, eine 16-Jährige in sein Auto zu zerren und zu vergewaltigen.

Er habe das Mädchen an der Bushaltestelle gesehen und nur den Weg nach Hohenau an der March wissen wollen, beteuert der Bosnier vor dem Schöffensenat. Und er will von einer sexuellen Attacke nichts wissen.

„Sie leben seit Jahren in Mistelbach, sind Händler und müssen fragen, wie man nach Hohenau kommt?“, hakt Anklägerin Gudrun Bischof zweifelnd nach. „Ja“, beteuert der 52-Jährige. Er räumt aber ein, dem Mädchen Fragen gestellt und es auf einen Kaffee eingeladen zu haben.

„Wie kommen Sie dazu, einem jungen unbekannten Mädchen intime Fragen zu stellen?“, kommentiert der Richter harsch und er spielt nach einem Blick in die Akten, auf ähnliche Vorfälle – der Bosnier schreckte mit unschicklichen Fragen junge Frauen im Bezirk Mistelbach - in den vergangenen Monaten an. „Es hagelte schon Anzeigen und es gab sogar schon ein Verfahren am Bezirksgericht Mistelbach“, zeigt der Richter auf. „Ich wurde freigesprochen“, sagt der Angeklagte aufgebracht und erklärt lautstark:

„Die Anschuldigungen stimmen alle nicht.“ Für eine Verurteilung wegen versuchter Vergewaltigung reichen schlussendlich die Beweise nicht: Richter Neumar befindet auf sexuelle Belästigung und verhängt über den Bosnier eine zweimonatige Bewährungsstrafe. „Halten Sie sich künftig von jungen Mädchen fern“, empfiehlt der Richter.