Erstellt am 07. Oktober 2015, 11:35

Junger Biber aus Garten „umgesiedelt“. Umsiedelung der etwas anderen Art: Der Wiener Tierschutzverein (WTV) wurde am Dienstagvormittag zu einem besonderen Rettungseinsatz gerufen. Ein junger Biber hatte sich in einen Garten in Groß Enzersdorf verirrt.

Etwa 30 bis 40 Biber sind seit Herbst 2013 im Marchfeld geschossen worden. Wenn alle anderen Möglichkeiten fehlgeschlagen sind, ist diese Maßnahme der letzte Ausweg.  |  NOEN, B.Werle/4nature
Dort dürfe es dem Nager aber derart gut gefallen haben, dass er sich gleich daran machte, einen Obstbaum des Gartenbesitzers zu bearbeiten und sich an den herabfallenden Äpfeln gütlich zu tun. Dieser brachte es nicht übers Herz, das Tier selbst zu verscheuchen. Da er auch nicht einschätzen konnte, ob das Tier professioneller Hilfe bedarf, verständigte er den Wiener Tierschutzverein. Zwei WTV-Mitarbeiter rückten daraufhin aus, um das Tier aus dem Garten abzuholen.

In Waldgebiet umgesiedelt 

Zum Glück war der junge Biber unverletzt und befand sich in gutem Allgemeinzustand. Die WTV-Mitarbeiter fingen das Tier souverän und ruhig ein, um es nicht in Stress zu versetzen. Gleich darauf wurde der Biber in ein sicheres Waldgebiet gebracht.
 
Gerade jetzt vor dem Winter sind Biber, Igel & Co. in unseren Gefilden besonders aktiv. Der WTV bittet daher die Bevölkerung einmal mehr, gerade in Ballungsräumen besondere Rücksicht auf Wildtiere zu nehmen. Doch Vorsicht: Nicht jedes Wildtier braucht auch tatsächlich menschliche Hilfe.

Im Zweifel ist es ratsam, das Tier etwas länger aus sicherer Entfernung zu beobachten und sich an eine kompetente Stelle zu wenden. Der Wiener Tierschutzverein steht der Bevölkerung als Kompetenzzentrum für Wildtiere mit jahrelanger Erfahrung gerne jederzeit für Anfragen zur Verfügung. Verletzte Wildtiere können jederzeit in einem gesicherten Behälter ins Wiener Tierschutzhaus nach Vösendorf zur Behandlung gebracht werden.