Erstellt am 10. Februar 2016, 12:03

von Erwin Nußbaum

K.U.L.T: Muss er erst sterben, um zu leben?. Gänserndorfer Szene-Lokal öffnet nach fünf Monaten wieder seine Pforten. Die NÖN traf Neo-Chef Landbauer zum Gespräch.

Der neue K.U.L.T.-Chef Knud Landbauer will dem Gänserndorfer Lokal-Urgestein wieder Leben einhauchen.  |  NOEN, Nußbaum

Während das Café „Bohrturm“ für immer seine Pforten schloss – an dessen Stelle sollen nun Wohnungen und Büros entstehen ( die NÖN berichtete ) – wurde dem Szene-Lokal K.U.L.T. vergangenen Samstag nach fünfmonatigem Schlummer wieder Leben eingehaucht – unter gänzlich neuer Führung.

Knud Landbauer, 40-jähriger Landwirt und Unternehmer aus Gänserndorf, nahm sich des „kultigen“ Erbes an. Zu diesem Zweck ließ er nicht nur die Bar und die sanitären Anlagen komplett erneuern, auch ersetzt nun eine urban und einfach gehaltene Möblage die alten Einrichtungsgegenstände. Frische Farbe und Lack an Wänden und Lamperien komplettieren das Gesamtbild – trotzdem wirkt alles irgendwie vertraut.

"Will etwas Eigenes aufziehen"

Im NÖN-Gespräch legt Landbauer seine Beweggründe offen: „Ich bin selbst lange Zeit Gast des K.U.L.T. und auch schon des Vorgängerlokals ‚Faux Pas‘ gewesen. Als ich hörte, dass die Besitzerin zusperrt, habe ich mich entschieden, es nicht einfach verschwinden zu lassen.“ Trotzdem kann und will er eine Auferstehung des K.U.L.T. in alter Form nicht erzwingen – Tote soll man ja bekanntlich ruhen lassen –, sondern etwas Eigenes aufziehen.

Die alten Stammgäste seien auf jeden Fall willkommen, „aber zwingen kann man niemanden“. Zur Information: Die Einrichtungsgegenstände des „alten“ K.U.L.T. werden am 14. Februar vor Ort versteigert. Der Reinerlös kommt der Kinderkrebsforschung zu Gute.