Erstellt am 24. Februar 2016, 05:04

von Thomas Schindler

Kampf für Bad und Straße. VP-Stadtchef René Lobner hofft, dass doch noch alle Marchfeld-Gemeinden für das Regionsbad und die Gänserndorfer Roten für die nötige Rodung (Zubringer) stimmen.

Gänserndorfs VP-Bürgermeister Landtagsabgeordneter René Lobner: »Ich war im ersten Moment erschrocken, als ich hörte, dass Orth gegen eine Beteiligung am Bad gestimmt hatte.«  |  NOEN, Schindler

Zwei brisante Themen beschäftigen derzeit die Gänserndorfer Bürger und natürlich auch die Lokalpolitik mit VP-Bürgermeister René Lobner an der Spitze: Das angedachte neue Regionsbad (Schulbad) und die geplante Zubringerstraße zur künftigen Marchfeld-Schnellstraße S8.

NÖN: Das Regionsbad soll das veraltete und schwer defizitäre Hallenbad ablösen. Am Projekt sollen sich alle 23 Marchfeld-Gemeinden beteiligen, Orth hat aber bereits dagegen gestimmt. Wie geht es jetzt weiter?
Lobner: Die Orther Gemeinderäte sind offenbar von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Sie dachten, sie müssten mitzahlen, ohne einen Nutzen zu haben. Das stimmt nicht. Auch die Orther Schüler können dann natürlich zu uns schwimmen kommen. Ich habe schon mit der dortigen ÖVP gesprochen und glaube, dass ich alle Zweifel ausräumen konnte. Ich werde auch noch die anderen Orther Fraktionen diesbezüglich kontaktieren. Ich gehe davon aus, dass sie bei ihrer nächsten Gemeinderatssitzung zustimmen werden.

Glauben Sie, dass alle 23 Marchfeld-Gemeinden den entsprechenden Beschluss fassen werden?
Ich hoffe natürlich, etwa ein Dutzend hat dies bereits getan. Bis Ende März sollte der Rest zustimmen. Ich habe immer gesagt, dass 2016 das Jahr der Entscheidung ist – für oder gegen den weiteren Hallenbad-Standort Gänserndorf. Zuerst müssen sich einmal alle 23 Marchfeld-Gemeinden finanziell am Projekt beteiligen, das ist die erste Hürde. Die zweite ist das Land NÖ und die dritte der Bund. Beim jetzigen Hallenbad könnte jederzeit die Lüftungsanlage kaputt gehen. Eine Reparatur um 100.000 Euro führen wir sicherlich nicht durch, dann sperren wir das Bad eben.

Thema Zubringerstraße. SPÖ, Grüne und Bürgerliste hatten gegen die nötige Baumschlägerung gestimmt. Das Projekt muss jetzt warten. Wann werden Sie erneut abstimmen lassen?
Spätestens im Juni, damit wir im September mit der Rodung starten können. Ich hoffe, dass die SPÖ bis dahin umdenkt. Die Grünen werden immer dagegen sein, weil sie die S8 nicht wollen, das war von Anfang an klar. Fix ist, dass heuer die Landesgelder für den Baubeginn des Zubringers weg sind. Im September wären die ersten Bagger angerollt. Wenn wir die Schlägerung dieses Jahr nicht beschließen, werden auch 2017 keine Landesgelder für den Zubringer reserviert sein. Dann verzögert sich alles bis 2018 oder noch später.

Bei der letzten Gemeinderatssitzung ließen Sie geheim über die Rodung abstimmen. Warum?
Ich gebe zu, das war ein schlitzohriger Versuch, der aber leider nicht aufgegangen ist. Ich hatte gehofft, dass sich zwei rote oder grüne Mandatare nicht an deren Parteilinien halten und vielleicht doch für die Rodung stimmen. Zwei Stimmen hätten gereicht und der Antrag wäre abgesegnet gewesen.

Mit der Ablehnung der Schlägerung hängt auch der geplante Radweg zwischen der Stadt und Gänserndorf-Süd in der Luft.
Nicht nur der Radweg, auch der Lärmschutzwall neben der Siebenbrunner Straße, der den dortigen Anrainern zugutekommen wird. Aber egal, ich bin Demokrat und akzeptiere die Entscheidung der Mehrheit. Ich werde das Thema weiter sachlich bearbeiten, bis die Mehrheit mit mir stimmt.