Erstellt am 10. April 2016, 05:04

von Edith Mauritsch

Kampf gegen das Totschweigen. Vortrag bot wichtige Antworten und räumte mit Vorurteilen auf.

»Frau in der Wirtschaft«-Chefin Dagmar Förster, VP-Frauen-Bezirksleiterin Helga Ebner, Kontrollinspektor Karl Löffler, Bezirksbäuerin Christine Zimmermann, VP-Bürgermeister René Lobner, Andrea Prenner-Sigmund, Chefinspektor Gerald Reichl, Marianne Hofer und Chefinspektor Andreas Bandion beim Vortrag »Wir Frauen gegen Gewalt«.  |  NOEN, Mauritsch

Drei der größten Frauenorganisationen des Bezirkes konnten mit Chefinspektor Andreas Bandion einen kompetenten Referenten zum noch immer aktuellen Thema „Gewalt gegen Frauen und Kinder“ gewinnen. Der Vortrag „Wir Frauen gegen Gewalt“, gemeinsam organisiert von Bezirksbäuerin Christine Zimmermann, „Frau in der Wirtschaft“-Chefin Dagmar Förster und VP-Frauen-Bezirksleiterin Helga Ebner, fand reges Interesse.

Schenkt man der Statistik Glauben, muss „frau“ weniger den durch finstere Gassen schleichenden Einzeltäter fürchten, als Übergriffe im Bekannten- und Familienkreis. Zu einem sehr hohen Prozentsatz ist der Übeltäter den Frauen bekannt, nur 5 % der Täter handeln psychopathologisch, die sind allerdings brandgefährlich.

Sirenengerät statt Pfefferspray

Speziell nach den Vorfällen in Köln zu Silvester gab es kontroverse Diskussionen zum „richtigen Verhalten“. Empfehlungen hatte auch der erfahrende Kriminalbeamte im Gepäck. Dem Verkaufsschlager Pfefferspray steht der Beamte eher skeptisch gegenüber, zu groß sei die Gefahr sich damit selbst außer Gefecht zu setzten.

Er empfiehlt stattdessen eine Art Sirenengerät, das mit 120 Dezibel infernalischen Lärm erzeugt. Besonders betroffen machen sexuelle Übergriffe auf Kinder. Der Täterkreis rekrutiert sich überwiegend aus dem persönlichen Umfeld des Kindes. Für das Opfer fatal ist zusätzlich, dass andere Familienmitglieder die Taten sehr oft schweigend tolerieren.

In diesem Sinne lautet auch der eindringliche Appell des Beamten, Übergriffe jedweder Art immer zur Anzeige zur bringen, und zwar ehestens, sodass wichtige Spuren gesichert und die Täter verurteilt werden können. Und noch ein Anliegen hatte Bandion vorzubringen: „Ich ersuche alle Eltern eindringlich, dem Nachwuchs bei Ungezogenheit nicht mit der Polizei zu drohen.

Die Exekutivbeamten sollen für die Kinder nämlich als vertrauenswürdige Ansprechperson erkannt werden.“ Abschließend bot man den zahlreichen Anwesenden auch noch die Möglichkeit, eigene Fragen und Anliegen vorzubringen.