Erstellt am 17. Juni 2016, 05:00

von Markus Glück

Kein Matura-Fleck im Lorenz-Gymnasium. Alle Schüler schafften schriftliche Reifeprüfung. Auch andere Bezirks-Gymnasien schnitten gut ab. Kritik an Mathe-Klausur.

Ein hervorragendes Ergebnis schaffte das Konrad-Lorenz Gymnasium in Gänserndorf.  |  NOEN, Mattes
In ganz Österreich wurde in den letzten Wochen die Zentralmatura geschlagen. Im Konrad-Lorenz-Gymnasium in der Bezirkshaupstadt stellten sich insgesamt 53 Schüler der Reifeprüfung. Dabei wurden 177 Noten verteilt. Alle positiv, wie Gym-Direktorin Eva Zillinger erzählt: „Unsere Ergebnisse in diesem Jahr waren hervorragend. Neun Schüler schafften einen Einser in Mathematik.“

Alle 177 Noten positiv

Gerade die Mathe-Matura war in diesem Jahr österreichweit Gesprächsstoff. Die Hauptkritik dabei: Die Fragestellungen waren zu schwer und wurden in dieser Form in der Vorbereitung nicht behandelt. Für Zillinger waren die Aufgaben aber keine Überraschung. „Unserer Ansicht nach war der erste Teil der Aufgaben klar formuliert. Der zweite Teil war zwar sehr textlastig, aber auch das war keine Überraschung.“

Kein Verständnis für die Aufregung rund um die Mathematik-Matura hat auch der Direktor des Gymnasiums Groß-Enzersdorf, Manfred Windisch: „Ich teile die allgemeine Aufregung nicht. Tatsache ist, dass man wohl kaum ein Sachthema in dieser Facebook-Welt findet, das nicht zerredet wird.“ Insgesamt traten in Groß-Enzersdorf 25 Schüler zur Prüfung ein, lediglich zwei müssen im Herbst eine mündliche Prüfung machen, zwei weitere Schüler die schriftliche Klausur nachholen.

"Aufgabenpool sollte schwieriger gestaltet sein"

Kritik an der Mathe-Klausur gibt es jedoch vom Deutsch-Wagramer BORG-Direktor Andreas Breitegger. „Die Aufgaben sollten bei der Prüfung gleich formuliert sein wie im Aufgabenpool des BIFIE (Anm.: Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung des österreichischen Schulwesens). Von mir aus kann man den Aufgabenpool auch schwieriger gestalten, damit es bei der Matura keine böse Überraschung gibt“, so Breitegger, der selbst Mathematik am BORG unterrichtet.

Seine Schule hat im Vergleich zum Vorjahr weit besser abgeschnitten. In Deutsch und Spanisch ist niemand bei der schriftlichen Prüfung durchgefallen, in Mathematik schafften knapp zehn Prozent die Klausur nicht. „Im letzten Jahr lag der Wert bei über zehn Prozent“, informiert Breitegger im NÖN-Gespräch.

"Zentralmatura müsste zentral korrigiert werden"

Für das nächste Jahr wünschen sich die Direktoren im Bezirk weitere Verbesserungen. „Ich finde, dass eine Zentralmatura auch zentral korrigiert werden müsste“, lässt Zillinger mit ihrem Vorschlag aufhorchen.
Auch gibt es den Wunsch nach einheitlichen Vorschriften betreffend Hilfsmittel, etwa bei den Wörterbüchern:

In den BHS dürfen Wörterbücher verwendet werden, in der AHS aber nicht. Zillinger: „Berücksichtigen sollte man auch die unterschiedliche Anzahl an Unterrichtsstunden in den Schulen. Es macht einen Unterschied, ob man in der Oberstufe zwölf oder 15 Stunden Mathematik hat.“