Erstellt am 22. Juni 2016, 10:00

von Erwin Nußbaum

Kein Platz für Max?. Leopoldsdorferin kämpft für Sohn um extra Jahrim Kindergarten. SP-Ortschef: „Experten sehen darin keinen Sinn.“

Alexandra Scholl wird wohl weiter um den Verbleib ihres Sohnes im Kindergarten kämpfen und konnte dabei die Leopoldsdorfer FPÖ als Unterstützer gewinnen können.  |  NOEN, privat

Eine Bürgerin der Marchfeldgemeinde kämpft um den Verbleib ihres sechsjährigen Sohnes im örtlichen Kindergarten und ortet SP-Bürgermeister Thomas Nentwich als Saboteur ihrer Bemühungen. Alexandra Scholz ist alleinerziehende Mutter zweier Söhne, einer davon ist der kleine Maximilan, um dessen Ausbildung hier gerungen wird. Er hatte im Alter von drei Monaten eine länger andauernde Erkrankung, aus der eine Entwicklungsverzögerung resultiert, die ihm bis heute zu schaffen macht.

Max ist in seiner sprachlichen und motorischen Entwicklung nicht auf dem Stand eines Sechsjährigen und braucht, laut den von der Mutter eingeholten Gutachten, nicht nur ein weiteres Jahr im Kindergarten, sondern auch eine eigene Stützkraft – er soll aber nach dem Sommer eingeschult werden.

Förderung mit positiven Gemeinderatsbeschluss

Nach Ansicht der begleitenden Therapeuten, so die Mutter, könne er sich aber im Kindergarten besser entwickeln als in der Schule. Deshalb versucht Scholz, nach eigenen Angaben seit Dezember 2015, für ihren Max ein zusätzliches Jahr im Kindergarten zu erwirken.

Ein Vorabgespräch mit SP-Ortschef Nentwich sei positiv verlaufen – er habe ihr versichert, dass ein Weg gefunden werden könne und dass es an den verfügbaren Plätzen im Kindergarten nicht scheitern solle – eingeholte Gutachten müssten aber entsprechend ausfallen. Eine Förderung des Platzes vom Land NÖ erfordere lediglich einen Antrag im Ortsparlament und einen damit verbundenen positiven Gemeinderatsbeschluss – der aber niemals erfolgte.

Der Gemeindevorstand behandelte Scholz’ Anliegen in einer Sitzung und erteilte ihr eine Absage. Max soll nun im September auf der Friedrich-Sacher-Sonderschule in Lassee eingeschult werden – eine Entwicklung, die Scholz auf jeden Fall verhindern will.

„Entschluss nicht leichtfertig gefällt“

In einer Erklärungs-Mail schrieb Nentwich an die Mutter: „Wir haben die Entscheidung [...] nicht leichtfertig getroffen. Der Gemeindevorstand hat auf Grund von Besprechungsprotokollen und Gesprächen mit der Kindergartenleitung, der Sonderkindergarten-Pädagogin und der Kindergarten-Inspektorin entschieden.“

Die NÖN hat den Leopoldsdorfer Ortschef mit der Kritik konfrontiert: „Der Beschluss, Frau Scholz‘ Sohn nicht noch ein zusätzliches Jahr im Kindergarten zu belassen, basiert auf der Entscheidung des Expertengremiums, das sich aus dem Pflichtschul-Inspektor, der Volksschul-Direktorin, der Kindergarten-Leiterin, der Sonderkindergärtnerin und der Direktorin der Friedrich-Sacher-Schule zusammensetzt.“

Und Nentwich weiter: „Dieses Gremium hat aufgrund der vorliegenden Befunde eindeutig beschlossen, dass dem kleinen Max ein zusätzliches Jahr im Kindergarten nicht weiterhelfen würde und dass sein Eintritt in die Sonderschule die beste Lösung ist, um ihn in seiner Entwicklung nicht weiter zurückfallen zu lassen.“ Die örtliche FPÖ hat auf jeden Fall beschlossen, Scholz in ihrem Anliegen zu unterstützen.