Erstellt am 19. Mai 2016, 03:54

von Thomas Schindler

Kern neuer Kanzler: Lokalpolitik gespalten. Vorschusslorbeeren erhält Christian Kern nur von SP und Grünen des Bezirks. VP verhält sich neutral, FP kritisch.

 |  NOEN, APA

Am Freitag war es so weit: Die österreichische SP-Spitze kürte Christian Kern einstimmig zum neuen Bundesparteichef und Kanzler.

Der 50-jährige ÖBB-Manager tritt damit die Nachfolge von Werner Faymann an, der nach parteiinternen Unstimmigkeiten das Handtuch warf. Am Dienstag wurde Kern angelobt. Was sagen die Gänserndorfer Bezirksparteichefs zum neuen roten Bundeskanzler?

SP-Landeshauptmann-Stellvertreterin Karin Renner aus Markgrafneusiedl blickt natürlich zuversichtlich in die Zukunft: „Ich kenne Christian Kern schon länger, ich hatte mit ihm bereits öfters wegen diverser ÖBB-Themen zu tun. Er ist eloquent, fleißig und klug und wird alles auf die Reihe bringen.“ Warum das? „Weil er Kraft und Willen hat“, so Renner gegenüber der NÖN.

"Um Schadensbegrenzung bemüht"

VP-Landtagsabgeordneter René Lobner hingegen spricht von der „wohl letzten Chance“. Der Gänserndorfer weiter: „Die Performance der Regierung unter Kern muss sich rasch zum Positiven ändern. Die Zusammenarbeit auf Bundesebene zwischen SPÖ und ÖVP ist sonst wohl gescheitert.“

Für Lobner ist Kern ein anerkannter Manager: „Diese Eigenschaften als Regierungschef wird er gut brauchen können – gerade in schwierigen Zeiten.“

Auch Grünen-Bezirkschefin Beate Kainz betont, dass Kern seine Managerqualitäten bewiesen habe: „Als sich die Bundesregierung zurückgelehnt und lautstark ,Flüchtlingschaos‘ gerufen hatte, war er um Schadensbegrenzung für alle Beteiligten bemüht. Politisch ist Kern erfahren, für den Posten also sicher geeignet.“ Weder für den Zeitpunkt der Übergabe noch für deren Ablauf könne man ihn persönlich verantwortlich machen, so Kainz.

"Läuft etwas gewaltig schief"

Die größte Skepsis kommt von FP-Bezirkparteichef Herbert Steindl: „Ich bezweifle, dass sich die SPÖ-Funktionäre mit einem reinen Marionettenwechsel abspeisen lassen. Man kennt hier nur einen Namen, über Standpunkte hat Kern noch keine Aussagen getätigt.“

Der Untersiebenbrunner abschließend: „Solange abgewrackte Politiker nach ihrem unrühmlichen Amtsende als potenzielle EU-Politiker gehandelt werden, läuft etwas gewaltig schief.“

„Christian Kern wird seine Manager-Eigenschaften als Regierungschef gut gebrauchen können.“ René Lobner, VP-Bezirksparteichef