Erstellt am 25. Dezember 2015, 05:03

von Robert Knotz

„Kids tranken auswärts“. Jörg Trobolowitsch vom Verein „menschen.leben“ berichtet, wie es zu dem Vorfall mit dem alkoholisierten Flüchtling kam: „Im Haus herrscht striktes Alkoholverbot.“

Derzeit sind im Asylheim in der Fabrikstraße 22 Jugendliche, 19 davon im schulpflichtigen Alter, untergebracht.  |  NOEN, Knotz

Jörg Trobolowitsch vom Verein „menschen.leben“, der die Flüchtlinge im Heim in der Fabrikstraße betreut, wehrt sich gegen den Vorwurf, dass es dort zu einem Alkoholexzess gekommen sein soll. „Es gibt keine Alkoholexzesse im Flüchtlingsheim. Der Alkoholkonsum fand nicht im Haus statt, dort herrscht striktes Alkoholverbot, so Trobolowitsch.

Wie die NÖN in der Vorwoche berichtete, war es zu einem Rettungseinsatz wegen eines stark alkoholisierten Jugendlichen gekommen. „Eine Gruppe von drei Jugendlichen besorgte sich in einem lokalen Supermarkt Alkohol, den sie aufgrund ihres Alters allerdings nicht bekommen hätte dürfen“, klärt Trobolowitsch auf. Die Burschen hätten den Alkohol sogleich vor Ort konsumiert, einer dürfte davon leider zuviel erwischt haben.

Traumatisierte Kids als Problem-Ursache

Nach seiner Rückkehr ins Heim, die gegen 20 Uhr erfolgte, soll er nicht ansprechbar gewesen sein. Der Betreuer musste die Rettung rufen. Grund für den Alkoholkonsum sollen laut Trobolowitsch „schlechte Nachrichten von daheim“ gewesen sein. Es sei ein intensives, aufklärendes Gespräch mit den Buschen geführt worden, wobei sie sich einsichtig zeigten.

„Der Grund für die vermehrten Rettungseinsätze liegt nicht bei Alkohol- oder anderen Exzessen, sondern bei einem besonders traumatisierten Jugendlichen. Aufgrund seiner Instabilität musste mehrmals Unterstützung durch die Rettung angefordert werden“, so Trobolowitsch. Der betroffene Jugendliche sei in keiner Weise aggressiv, sondern eher ruhig – von ihm gehe keinerlei Gefahr aus.

Auch die Atmosphäre im Haus sei ausgeglichen, es gebe keinerlei Aggressionen oder Exzesse, ganz im Gegenteil: Die Jugendlichen würden sich familiär verhalten und im Alltag mithelfen. Sie seien freundlich, neugierig und sehr angepasst. Natürlich würden einige unter sehr starkem Heimweh leiden, dies wäre sicher auch ein Grund für den Alkohol-Ausrutscher des jungen Burschen.