Erstellt am 26. Juli 2016, 16:40

von Peter Sonnenberg

Aufgegeben wird nur ein Brief. Peter Sonnenberg über die starke Vorstellung der Melzer-Brüder.

Ein Stück heimische Sportgeschichte schrieben die beiden Tennisprofis Jürgen und Gerald Melzer bei den Generali Open in Kitzbühel. Zum ersten Mal stand ein österreichisches Brüderpaar im Viertelfinale eines ATP-Turniers. Zudem schaffte es Gerald mit dem Halbfinaleinzug zum ersten Mal unter die Top 100 der Weltrangliste und wandelt in den Spuren seines Bruders, der dort jahrelang Stammgast war. Und plötzlich sind die Melzers wieder in aller Munde.

Vor einem halben Jahr sah das noch ganz anders aus: Jürgen Melzer begab sich nach seinen anhaltenden Schulterpro-blemen unters Messer und fiel ein halbes Jahr aus. Nicht wenige meinten damals, das wäre das Ende der Karriere des 35-Jährigen. Und auch der 26-jährige Gerald kam Anfang des Jahres nicht richtig vom Fleck, mühte sich von einem Challenger-Turnier zum nächsten.

Doch dann wurde eine Stärke der beiden Deutsch-Wagramer sichtbar: ihr unbedingter Wille, ihre Konsequenz und Beharrlichkeit, ihren Weg weiter zugehen – egal, welche Schwierigkeiten ihnen sich in den Weg stellten. Wo andere aufgaben, bissen sich die zwei durch und wurden jetzt für ihren Kampfgeist belohnt. Und sie bewiesen wieder einmal, dass man im Spitzensport niemanden abschreiben sollte.