Erstellt am 19. Juli 2017, 02:05

von Sandra Frank

Eine teure Probe für die Geduld. Sandra Frank über das Dilemma mit der Wartezeit im Krankheitsfall.

Die Zeit in einem Wartezimmer kommt einem meistens extrem lange vor – und kostet nicht nur Nerven. Unser teures Gesundheitssystem krankt, weil der Spagat zwischen Spital und Hauarzt nicht gelingt. Immer mehr Menschen – vor allem im Ballungsraum – gehen sofort ins Klinikum und nicht zuerst zum praktischen Arzt des Vertrauens. Dabei wäre das der vernünftigere erste Schritt im Krankheitsfall.

Dieser Trend wirkt sich nicht nur auf Wartezeiten und Finanzen aus, es macht auch Ordinationen mit weniger Patienten unattraktiver für junge Ärzte. Planstellen können, wie es im Bezirk der Fall ist, schwer bis gar nicht nachbesetzt werden.

Bei nicht akuten Fällen ist der Gang zum Hausarzt die bessere Lösung: Die Behandlung ist persönlicher als im großen Klinikum und ist es wirklich nötig, dann gibt es die Überweisung ins richtige Krankenhaus. Sitzen dort weniger Patienten, wird Ernstfällen, wie nun einer Strasshoferin, eine unmenschlich lange Wartezeit erspart.

Aber nicht vergessen: Vor dem Arztbesuch anrufen, damit man nicht vor verschlossenen Ordinationstüren steht.