Erstellt am 01. Mai 2016, 05:04

von Peter Sonnenberg

So verhält sich nur ein Profi. Peter Sonnenberg über Jürgen Melzers Fußball-Comeback.

Volksfeststimmung in Deutsch-Wagram am Samstagabend: ein Blitzlichtgewitter, eine Fernsehkamera und immer wieder „Jürgen Melzer“-Fanchöre auf der Tribüne. Zwar bekamen die Zuschauer Österreichs zweitbesten Tennisspieler aller Zeiten nur drei Minuten zu sehen, das tat der Stimmung aber keinen Abbruch.

Viel wichtiger als die Stimmung war aber der Punkt gegen den Fünften aus Ladendorf trotz der Ausfälle von Kapitän Markus Keck und Kampfmaschine Rene Knopp. Die Chance auf den Klassenerhalt ist weiter gering, aber mit Melzer im Kader ging ein Ruck durch die Mannschaft. Die Bescheidenheit und Pro- fessionalität, mit der er vorangeht, scheint seinen neuen Mitspielern ein paar Extraprozent an Leistung herauszukitzeln: Wie er pünktlich zu jedem Training kommt, sich anstandslos in der Mannschaft einfügt und sich trotz seiner Schulter nicht schont – das imponiert.

Die größte „Verletzungsgefahr“ bestand am Samstag da-rin, dass sich Melzer nach dem Match einen Schnupfen holt, so viele Autogramme, Fotos oder Selfies musste er geben bzw. über sich ergehen lassen. Er absolvierte dies immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Das beeindruckt vor allem den Nachwuchs. Und das ist der größte Gewinn am Melzer-Comeback auf dem Fußballplatz.