Erstellt am 20. Juli 2016, 05:00

Jürgen Melzer: Sieg trotz Niederlage. Jürgen Melzer (35) war ein Gewinner bei der knappen 2:3- Nieder lage des österreichischen Davis-Cup-Teams in der Ukraine.

Jürgen Melzer  |  NOEN

Österreichs Davis-Cup-Team bleibt auch 2017 zweitklassig. Im entscheidenden Schluss-Einzel in Kiew am Sonntagnachmittag musste sich der erst 22-jährige Dennis Novak dem Weltranglisten-85. Sergij Stachowskij nach 2:58 Stunden mit 3:6, 3:6, 7:6 (8) und 5:7 beugen. Die ÖTV-Equipe, die ohne Dominic Thiem, dafür mit beiden Melzer-Brüdern als Außenseiter in den Länderkampf gegangen war, verlor somit das Zweit runden-Treffen der Europa-Afrika-Zone I mit 2:3.

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Trotz der tollen Aufholjagd Jürgen Melzers gab es also kein Happy End für Österreich. Melzer hatte zuvor nach einem 4:08-Stunden-Marathon über raschend den Ausgleich gegen die ukrainische Nummer eins Illja Martschenko geschafft. Novak hätte mit einem Sieg ein bisschen österreichische Davis-Cup-Geschichte schreiben können, denn Österreich hat bisher noch nie ein 0:2 noch in ein 3:2 verwandelt. Damit spielt die Ukraine von 16. bis 18. September im Play-off um die Weltgruppenzugehörigkeit 2017. Für die Truppe von Stefan Koubek ist der Davis Cup für dieses Jahr vorbei, der nächste Anlauf in erfolgt 2017.

Unabhängig vom Ausgang konnte der 35-jährige Jürgen Melzer die ukrainische Hauptstadt mit erhobenem Haupt verlassen. In seinem ersten ernst zu nehmenden Match hatte er nach dem Doppel vom Samstag an der Seite von Philipp Oswald überraschend auch einen Einzelpunkt beigesteuert. Der frühere Weltranglisten-Achte war anstelle seines Bruders Gerald aufgeboten worden. Der jüngere Melzer hatte sich mit den schnellen Bedingungen auf dem Hartplatz in Kiew nicht wirklich anfreunden können und verlor dementsprechend sein Einzel am Freitag glatt.

Die etwas riskante Rochade stellte sich als goldrichtig heraus. Jürgen Melzer, der nach über zehn Monaten Pause sein erstes richtiges Match und erstes Fünf-Satz-Duell seit September 2015 bestritten hat, kann mit viel Selbstvertrauen und dem Wissen, dass seine operierte linke Schulter hält, nach Kitzbühel reisen.

„Ich bin natürlich über glücklich, nach so langer Zeit ein Fünf-Satz-Match so zu gestalten und zu gewinnen. Das waren extrem harte Bedingungen da draußen, richtig heiß“, freute er sich beim 70. Davis-Cup-Einsatz.