Erstellt am 09. März 2016, 05:04

von Thomas Schindler

Traurig, aber offenbar wahr. Thomas Schindler über Brücken, die eigentlich niemand will.

Auch wenn sich lokale Politik und Wirtschaft für den Bau von March-Brücken starkmachen, muss man ganz objektiv festhalten, dass die betroffenen Bürger selbst von den Fluss-Querungen relativ wenig halten. Schon in Angern sprach sich der Großteil des befragten Volkes (fast 74 Prozent) gegen die Errichtung einer Autobrücke aus – das war 2014.

Zwei Jahre später wird in Marchegg über den Bau einer Radbrücke debattiert. Und auch hier kristallisiert sich heraus, dass die Bewohner dem Projekt entweder mit Desinteresse oder gar mit Ablehnung begegnen. Begründung: Sicherheitsbedenken (wegen Roma-Siedlungen in Grenznähe) und Zweifel am wirtschaftlichen Nutzen der March-Querung.

In Dürnkrut soll ebenfalls eine Radbrücke aus dem Boden gestampft werden. Hört man sich bei den Ansässigen um, so merkt man schnell, dass auch in dieser Gemeinde die Skeptiker überwiegen. In Zeiten eines vereinten Europas ist es traurig, aber offenbar wahr: Nur wenige Bürger wollen tatsächlich Brücken ins östliche Nachbarland.