Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:03

von Thomas Schindler

WWF in der Zwickmühle. Thomas Schindler über Naturschützer, die Bäume schlägern.

Irgendwie ist es schon skurril, wenn eine große Umweltschutz-Organisation auf ihrem Grundstück dutzende Bäume fällt – sogar gesunde. Passiert kürzlich in der Storchenstadt Marchegg. Das Pech der gesunden Holzriesen war einfach nur, dass sie nicht „standortgerecht“, also nicht heimisch waren.

Egal, wie der WWF nun argumentiert und versucht, zu beschwichtigen bzw. sich zu rechtfertigen – aus diesem Dilemma kommt er nicht so schnell heraus. Die aufgebrachten Marchegger Anrainer bringen es auf den Punkt, wenn sie sagen, dass die besagten Bäume schon seit hundert Jahren dort standen, auch wenn sie hier ursprünglich nicht „standortgerecht“ waren.

Interessant wäre, ob die Naturschützer selbst aufschreien würden, wenn zum Beispiel in Gänserndorf-Süd, Deutsch-Wagram oder Strasshof die alten Föhrenwälder geschlägert würden – diese sind hier nämlich genauso wenig heimisch wie die amerikanischen Eschen auf dem WWF-Grundstück in Marchegg.