Erstellt am 06. Januar 2016, 05:03

von Thomas Schindler

Kommt heuer Spar-Markt?. Nahversorger könnte dieses Jahr in Gänserndorf-Süd aus dem Boden gestampft werden. Die SPÖ begrüßt ironisch, dass ihr Wahlversprechen nun von der ÖVP umgesetzt wird.

Der etwa 4.000 Einwohner zählende Stadtteil Gänserndorf-Süd verfügt derzeit über keine Einkaufsmöglichkeit. Noch im Jänner soll es ein weiteres Gespräch mit Spar geben.  |  NOEN, NÖN

Es war ein großes Wahlversprechen der damaligen SPÖ-Bürgermeisterpartei, einen Supermarkt nach Gänserndorf-Süd zu holen – und zwar auf dem gemeindeeigenen Grundstück zwischen Emmauskirche und Kindergarten Wolkenschiff. Die ÖVP konnte sich mit diesem Standort nie wirklich anfreunden und präferierte die derzeit private Liegenschaft gegenüber der Emmauskirche in Blickrichtung Stadt.

Nach der Machtübernahme durch die Volkspartei wurde dieses Ziel weiter angepeilt. Bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses berichtete VP-Baustadtrat Manfred Trost, dass das besagte Grundstück angekauft und umgewidmet werden soll, damit die Firma Spar vielleicht noch heuer eine Zweigstelle errichten kann.

Burghardt: "Stadt entgehen jetzt 280.000 Euro"

SP-Stadtrat Kurt Burghardt zeigt sich grundsätzlich zufrieden: „Wir freuen uns, dass die ÖVP nun unser Wahlversprechen einlöst – auch wenn der Nahversorger einige Meter von dem von uns ins Auge gefassten Platz entfernt gebaut werden soll.“ Burghardt weiter: „Der Stadtgemeinde entgehen dadurch aber Einnahmen in der Höhe von 280.000 Euro. Diese Summe hätte man durch den Verkauf des Gemeindebodens an Spar lukrieren können.“

„Stimmt nicht“, kontert Trost im NÖN-Gespräch. „So kann man das nicht rechnen. Erstens wissen wir noch gar nicht, wie viel uns die neue Liegenschaft tatsächlich kostet. Und zweitens bleibt uns ja das andere Grundstück neben dem Kindergarten erhalten.“ Auf dieses könne man dann beim Bau von öffentlichen Gebäuden (zum Beispiel Volksschule, Anm.) zurückgreifen.

Das war auch der Grund, warum die ÖVP den ursprünglichen Standort ablehnte. „Dazu kommt noch, dass wir nicht so viel Autoverkehr durch die Einkäufer neben dem Kindergarten provozieren wollten“, so Trost abschließend.

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