Erstellt am 02. Dezember 2015, 05:03

von Nina Wieneritsch

Kritik an ÖBB: Nordbahn sei „Stiefkind“. Mann beklagt, dass Zug nach Breclav nur viermal täglich fährt. Auch Haltestellen würden vernachlässigt. ÖBB-Sprecher kontert.

Bis 2025 werden 270 Bahnhöfe und Haltestellen modernisiert worden sein. In Jedenspeigen hat sich diesbezüglich bis dato noch nicht viel getan.  |  NOEN, Faltner

Bis vor ein paar Jahren fuhren Züge sechsmal täglich von Jedenspeigen nach Breclav. Praktisch vor allem für jene, die gerne bei den tschechischen Nachbarn einkaufen. Heute ist die Situation eine andere: „Man muss sich beim Einkaufen tummeln“, so ein Jedenspeigener NÖN-Leser.

Die Züge fahren nämlich mittlerweile nur noch viermal – zweimal am Vormittag, zweimal am Nachmittag. Wer zu langsam ist und die Rückfahrt von Breclav nach Jedenspeigen um 12.25 Uhr versäumt, muss fünf Stunden warten, um wieder heimzukommen.

„Auf den Geländern saß ich schon als Kind“

„Wir an der Nordbahn kommen uns vor wie Stiefkinder“, so der 61-jährige NÖN-Leser. Und das nicht zuletzt auch deshalb, weil die Sanierungswelle der ÖBB die kleineren Nordbahn-Gemeinden noch nicht erreicht hat. „Der Jedenspeigener Bahnhof schaut aus, das ist ein Wahnsinn, die Geländer sind schief, auf denen bin ich schon als Kind gesessen.“

Laut ÖBB werden bis zum Jahr 2025 insgesamt 270 Haltestellen erneuert worden sein. „Alles auf einmal zu sanieren, funktioniert nicht. Es gibt einen Etappenplan, der sich nach der Fahrgast-Frequenz auf den Bahnhöfen richtet und den wir sukzessive umsetzen“, so ÖBB-Sprecher Christopher Seif.

Und: „Ich glaube nicht, dass man sich in der Region wie ein Stiefkind vorkommen muss.“ So habe man erst kürzlich die Bahnhöfe in Strasshof und Deutsch-Wagram erneuert und auch die Sanierung der Marchegger Haltestelle sei so gut wie abgeschlossen.

Bezüglich der Fahrzeiten informiert Seif: „Gegenüber dem derzeitigen Fahrplan bewegen sich die Änderungen nur im Minutenbereich. Für einen wirtschaftlichen Betrieb und Einsatz der Mittel ist es einerseits erforderlich, Stillstände möglichst zu vermeiden, sowie andererseits eine effiziente Einsatzplanung von Fahrzeugen und Mitarbeitern einzuhalten. Eine möglichst kurze Wendezeit ist daher unumgänglich.“