Erstellt am 08. September 2015, 09:31

von Nina Wieneritsch

Kritiker weiterhin "besorgt". Gegner prangern angeblichen Aufruf zur Schlepperei seitens der Initiative "Weinviertel hilft" an. Organisatorin zeigt sich von den Anschuldigungen unbeeindruckt.

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Sozialromantik war gestern: Asyl-Gegner kritisieren erneut die von Sabrina Schandel und Nina Klaus ins Leben gerufene Initiative „Weinviertel hilft“, die Sachspenden für Flüchtlinge sammelt und diese an Unterbringungslager und private Unterkünfte verteilt.

„Die Leute sind sehr spendenfreudig“, so Sabrina Schandel, angesprochen auf den Erfolg ihrer Initiative. „Erst vor Kurzem haben wir wieder Spenden für 60 Leute nach Drasenhofen und zu einer Flüchtlingsfamilie nach Gaweinstal gebracht.“

Nicht alle Bürger zeigen sich begeistert

Ein Erfolg, der längst nicht alle Gemeindebürger in Hochstimmung versetzt. Im Zentrum der Kritik steht aber diesmal nicht die Unterstützung in Form von Kleidung, Spielzeug oder Hygieneartikeln, vielmehr prangern Asyl-Gegner an, dass auf der Facebook-Seite der Initiative „offiziell zur Schlepperei aufgerufen“ werde.

Auslöser für diese Feststellung, die der NÖN-Redaktion samt Screenshots von einer „besorgten Bürgerin“ anonym geschickt wurde, sind geteilte Facebook-Beiträge auf der „Weinviertel hilft“-Seite. Einer stammt vom bekannten Journalist Robert Misik, der kürzlich postete, wie einfach es sei, nach Ungarn zu fahren und Flüchtlinge mit dem eigenen Auto nach Österreich zu bringen. Der zweite Screenshot zeigt die geteilte Veranstaltungsankündigung für einen „Schienenersatzverkehr“ von Budapest nach Wien, der für vergangenen Sonntag angekündigt war.

Kein Aufruf zur Schlepperei

Sabrina Schandel kann der Kritik nichts abgewinnen und erklärt: „Wir teilen grundsätzlich Beiträge, die zur Flüchtlingshilfe aufrufen, unabhängig davon, ob wir selbst teilnehmen.“ Zum Schlepper-Vorwurf meint sie: „Die Leute, die bei diesem Konvoi mithelfen, verlangen kein Geld, demnach handelt es sich dabei nicht um Schlepperei. Die Veranstaltungsankündigung ist einfach ein Aufruf zur Hilfe, deshalb haben wir sie auf unserer Seite geteilt. So, wie andere Leute zum Beispiel Beiträge von Strache teilen, teilen wir Hilfsaufrufe.“