Erstellt am 06. Januar 2016, 04:03

von Thomas Schindler und Nina Wieneritsch

Kühnengruß vor Ohrfeige. Die Gänserndorfer „Best-Of-Online“-Liste 2015 wird von der FP angeführt, knapp dahinter liegt ein Supermarkt-Streit.

Der Orther Markus Ripfl als Jugendlicher mit der zum sogenannten Kühnengruß erhobenen Hand.  |  NOEN, privat

Was waren im Vorjahr die meistgelesenen Berichte der NÖN Gänserndorf im Internet? Hier ist die „Best-Of-Online“-Liste mit den fünf beliebtesten Geschichten aus dem Bezirk:

  • Die meisten Klicks hatte „Kühnengruß und Keltenkreuz – Wirbel um FP-Funktionär“. 18.082 Mal wurde der Bericht im April angeklickt. Bei der Story ging es um bedenkliches Bildmaterial über Markus Ripfl, Bezirksobmann des „Rings Freiheitlicher Jugend“ und Orther FPÖ-Gemeinderat, das der NÖN zugespielt worden war. Auf einem der Fotos sah man Ripfl neben einem Hooligan und vor einer Keltenkreuz-Fahne.

    Zur Erklärung: Das Keltenkreuz, auch Heidenkreuz genannt, gilt innerhalb der Neonazi-Szene als Ersatzsymbol für das verbotene Hakenkreuz und als Zeichen für die Vorherrschaft der „Weißen Rasse“ gegenüber allen anderen „minderwertigen Rassen“.

    Ein anderes Foto zeigte Ripfl, wie er den Kühnengruß verwendete, eine Abwandlung des verbotenen Hitlergrußes. Der blaue Funktionär erklärte: „Ich war zu diesem Zeitpunkt begeisterter Fußballfan des FavAC sowie der Wiener Austria. Im Zuge dessen war ich unter anderem auf Fußballfan-Turnieren. Was diese Symboliken bedeuten, war mir damals nicht bewusst. Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht politisch aktiv und schon gar nicht Mitglied der FPÖ.“ Dass die Symbole „rechts“ sind, sei ihm nicht bewusst gewesen.

  • Die zweitmeisten Klicks hatte „Supermarkt-Leiterin ohrfeigte Störenfried“. 16.173 Mal wurde der Bericht im Juli online gelesen. Die Story: Immer wieder hatte eine Gruppe von Jugendlichen in einer Billa-Filiale in Gänserndorf Unruhe gestiftet. Nach einer Ermahnung und der Aufforderung, das Geschäft zu verlassen, beschimpften sie die Filialleiterin. Diese griff daraufhin zu drastischen Mitteln – sie verpasste dem Ältesten der Gruppe im Affekt eine Ohrfeige, „weil sie sich extrem provoziert fühlte“, wie es seitens der Rewe-Group-Pressestelle hieß.

  • Die drittmeisten Klicks hatte „Marchegg: Die gespaltene Stadt“. 5.732 Mal wurde der Bericht im August angeklickt. Die Flüchtlingsproblematik erhitzte die Gemüter – dementsprechend emotional ging es bei der Info-Veranstaltung zu, bei der VP-Stadtchef Gernot Haupt mitteilte, dass 50 bis 60 Flüchtlinge in der Gemeinde untergebracht werden sollten. Die Kundgebung der FP und die linksorientierte Gegenveranstaltung verliefen weitgehend friedlich und wurden nur vorsorglich voneinander abgeschirmt.

  • Die viertmeisten Klicks hatte „Sparstift bei OMV: Ex-Arbeiter klagt an“. 5.390 Mal wurde die Story im Juli online gelesen. Ein pensionierter OMV-Bediensteter hatte massive Kritik an seinem ehemaligen Arbeitgeber geübt: „Bei der Gänserndorfer OMV werden systematisch Arbeitsplätze von österreichischen Arbeitnehmern, die bei verschiedenen Partnerfirmen arbeiten, vernichtet.“ Die OMV rechtfertigte sich: In erster Linie sei das Ziel, in einer wirtschaftlich schwierigen Situation OMV-Arbeitsplätze zu sichern und das konzern-eigene Know-how, egal woher die Mitarbeiter kommen, langfristig zu halten.

  • Die fünftmeisten Klicks hatte „Tragisch: Heimbewohnerin lag tot im Feld“. 4.181 Mal wurde der Bericht im Dezember angeklickt, nachdem eine 88-jährige Bewohnerin des Zistersdorfer Haus Elisabeth leblos in einem Feld außerhalb des Stadtgebiets gefunden wurde. Sie hatte zuvor unbemerkt das Pflegeheim verlassen.

 


Foto-Klicks 2015

Die im Vorjahr meistgeklickten Fotogalerien aus dem Bezirk auf NÖN.at:

  • 50. HAK-Ball in Gänserndorf: 38.694 Klicks.

  • 7. Sommernacht der Marchfelder: 38.544 Klicks.

  • Martini-Umzug in Gänserndorf: 32.145 Klicks.

  • Ball des Konrad Lorenz Gymnasiums: 24.537 Klicks.

  • Lions-Oktoberfest in Groß-Schweinbarth: 22.392 Klicks.