Erstellt am 02. Oktober 2015, 05:57

von Erwin Nußbaum

Zurück zum Ursprung. Das Gelände zwischen Marchegg und Schloßhof soll in einem Projekt des WWF wieder renaturiert werden. Unter anderem werden Altarme nun wieder angebunden.

Michael Stelzhammer erklärt bei der Präsentation die geplante Renaturierung der March entlang der »Langen Luss«.  |  NOEN, Foto: Nußbaum

Der WWF präsentierte, eingebettet in die Präsentation der Zusammenarbeit mit Erste Bank, das Projekt zur Renaturierung der March-Thaya-Auen. Der Schauplatz war ein außergewöhnlicher: Ein Feld auf dem Gebiet der „langen Luss“, das sich entlang der March und der Landstraße zwischen Marchegg und Schlosshof erstreckt und in den nächsten Jahrzehnten wieder renaturiert werden soll.

Über die Jahre wurden größere und kleinere Renaturierungsmaßnahmen in ganz Österreich, zum Beispiel am Inn, erfolgreich umgesetzt. Michael Stelzhammer, WWF-Mitarbeiter March-Thaya Auen: „Flüsse sind mehr als nur Kanäle, die Wasser ableiten. Sie sind Lebensadern in der Landschaft, Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten und wichtiger Naherholungsraum für uns Menschen. In den March-Thaya Auen arbeitet der WWF an der Renaturierung der unteren March-Auen. Altarme, die durch die Regulierung der March abgeschnitten wurden, werden nun wieder angebunden.“

Seltene Pflanzen und Tiere zurück in die Region

Und weiter: „Das bringt auch seltene Pflanzen und Tiere wieder zurück in die Region. Fische finden vermehrt Lebensraum zum Laichen und Vogelarten erschließen sich neue Nahrungsquellen und Brutplätze. Im Rahmen des Projektes werden aber auch Maßnahmen im Flussumland wie die Umwandlung von Ackerflächen in naturnahe Überschwemmungswiesen, ein Beweidungsprojekt mit Konik-Pferden, der Schutz und die Erhaltung von Kleingewässern (Sutten) sowie zahlreiche Artenschutzmaßnahmen, z. B. für Seeadler und Störche, durchgeführt.“

Auf die Dauer des Projektes angesprochen, meint Stelzhammer: „Das Projekt kann mehrere Jahrzehnte dauern. Wahrscheinlich können sich unsere Kinder schon über eine renaturierte ,Lange Luss‘ freuen.“