Erstellt am 27. April 2016, 08:36

von Erwin Nußbaum

Leitung schlägt Wellen. Leopoldsdorfs FP-Parteichef geht im Kampf um die Ortswasserleitung in die Offensive: "Land NÖ zwingt Gemeinde zur Errichtung" FPÖ strebt nun Volksbefragung an.

Dürfen die Leopoldsdorfer in Zukunft ihren täglichen Wasser-Bedarf nicht mehr aus dem hauseigenen Brunnen decken?  |  NOEN, privat

Die Nachwehen der drei Informationsabende zur Errichtung einer Ortswasserleitung (die NÖN berichtete) lassen die beschauliche Marchfeld-Gemeinde nicht zur Ruhe kommen. Die örtliche FPÖ unter Parteichef David Leitner geht nun in die Offensive:

"Jeder Salat-Kopf enthält mehr Nitrat"

„Die NÖ Landesregierung erpresst den Bürgermeister und die Gemeinde Leopoldsdorf, eine Ortswasserleitung zu errichten, die wir nicht brauchen.“ Leitner weiter: „Die Nitratwerte in unserem Wasser sind nicht schädlich, jeder Salat-Kopf enthält mehr davon.“

Auch, dass angeblich jedes Haus in Leopoldsdorf an die geplante Ortswasserleitung angeschlossen werden muss, stößt dem jungen Blauen sauer auf. Es gebe lediglich ein EU-Gesetz, dass Neubauten an eine Ortsversorgung angeschlossen werden müssen, ein Anschluss jedes Haushalts sei nicht notwendig.

Um dem „Zwang“ der Landesregierung entgegenzuwirken, strebt die FP nun eine Volksbefragung an: „Wir hatten so eine schon einmal zum selben Thema und damals stimmten 70 % der Bürger dagegen. Es wird wieder so kommen.“

"Volksbefragungsergebnis ändert nichts an Gesetzlage"

Mit den Vorwürfen der örtlichen FP konfrontiert, setzt SP-Bürgermeister Thomas Nentwich auf Verständigung: „Ich fühle mich nicht erpresst, aber der Druck vonseiten des Landes NÖ ist groß. Fakt ist, dass jeder Hausbrunnen auf Trinkwasserqualität getestet wird. Ist diese nicht gegeben, liegt der Nitratwert also bei über 50 Milligramm pro Liter, dann muss der Haushalt an die Leitung angeschlossen werden – so ist die Gesetzgebung.“

Auch ein negatives Volksbefragungs-Ergebnis ändere nichts an der Gesetzeslage. Diese Ortswasserleitung wird auf jeden Fall noch ein langwieriger Prozess.

VP-Landtagsabgeordneter René Lobner mahnt in Vertretung des Landes NÖ zur Mäßigung: „Die Wasserversorgung im Bezirk ist ein heikles Thema und wir werden uns um eine allgemein verträgliche Lösung bemühen.“ Lobner abschließend: „Diese Problematik aber politisch auszuschlachten, bringt nichts.“