Leopoldsdorf

Erstellt am 24. August 2016, 00:39

von Erwin Nußbaum

Rotter warnt vor Jobabbau. Kampf für Arbeiter: Betriebsrats-Vorsitzender bleibt Leopoldsdorfer Zuckerfabrik nach Wiederwahl erhalten, fürchtet aber mögliche Verschlechterungen ab Jahr 2017.

Walter Rotter ist auch in den nächsten vier Jahren der Vorsitzende des Betriebsrats in der Leopoldsdorfer Zuckerfabrik.  |  NOEN - Schindler

101 Stimmen für die „Liste Rotter“ bei der Betriebsrats-Wahl in der örtlichen Zuckerfabrik – ein Erdrutschsieg bei insgesamt 106 abgegebenen Stimmen. Bitterer Beigeschmack im Zuckerland: Die „Liste Rotter“ trat als einzige an.

Dem Betriebsrats-Vorsitzenden Walter Rotter ist nach dem Sieg seiner Gruppierung aber trotzdem nicht wirklich zum Lachen zumute: „2017 wird ein wichtiges Jahr für uns – dann fällt nämlich die protektive Zuckermarktordnung und billige Zucker-Produkte aus aller Welt können bei uns verkauft werden, was auch zu einem Preisverfall führt.“

Und Rotter weiter: „Das bringt nicht nur eine erschwerte Marktlage für unsere Waren, sondern auch mehr Druck für die Arbeiter und Angestellten in der Fabrik.“

Man laufe mit derzeit 126 Beschäftigten inklusive Lehrlingen bereits auf dem absoluten Minimum, „und wenn jemand krank wird, dann ist es schon schwierig, dessen Arbeit zu übernehmen – die Personaldecke ist sehr dünn“. Er warnt vor einem weiteren Abbau wegen des aus der Marktreform resultierenden Preisdrucks.

Außerdem führe die uneinheitliche Lohn-Regelung innerhalb der Arbeiterschaft zu Spannungen: „Die 50-Jährigen im alten Schema verdienen gut, der Lohn der 30-Jährigen ist noch in Ordnung, aber die Jungen verdienen schlecht.“

Dennoch sei in Anbetracht des voraussichtlichen Struktur-Wandels in der Zuckerindustrie sein vordringlichstes Ziel, die Firma fit für die Zukunft zu machen.

Wie steht es um das Verhältnis zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat? „Das ist naturgemäß manchmal angespannt – ein ständiges Auf und Ab. Es wird natürlich versucht, wo es möglich ist, einzusparen und zu automatisieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ich verstehe, dass eingeschränkt werden muss, aber nicht zulasten der Arbeiter und Angestellten.“

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