Erstellt am 20. Januar 2016, 12:03

von Stefan Havranek

Letzter Schlagabtausch vor Gemeinderatswahl. Spitzenkandidaten von VP und „Bürgerplattform“ erläutern, warum sie der SP-Einladung zum „roten Info-Abend“ nicht nachkommen wollten.

Liste-Barnet-Chef Johann Barnet wäre gekommen, hätte ein Unabhängiger geladen.  |  NOEN, Archiv

Am kommenden Wochenende schreiten die Engelhartstettener zum zweiten Mal binnen eines Jahres zur Wahlurne, um einen neuen Gemeinderat zu wählen. Notwendig wurde das, weil die SP-Mandatare zurücktraten und das Land NÖ in weiterer Folge den Gemeinderat auflöste.

Fünf Parteien stellen sich zur Wahl, die SP lud vergangenen Samstag alle Spitzenkandidaten zu einer Info-Veranstaltung ins Musikheim. Nur FP-Listenerster Andreas Hruschka folgte der Einladung.

Reiter: "Suchen Kommunikation, nicht Konfrontation"

VP-Bürgermeister Josef Reiter begründet seine Abwesenheit: „Mein Team und ich stehen den Gemeindebürgern sachlich und unaufgeregt im persönlichen Gespräch bei unseren Hausbesuchen Rede und Antwort.“ Und Reiter weiter: „Wir suchen die Kommunikation, nicht die Konfrontation. Wir haben jahrelang als Opposition für die Gemeinde gearbeitet. Wir hätten nie so etwas Wichtiges wie den Hochwasserschutz durch einen Auszug aus dem Gemeinderat verzögert, wie es jetzt in Stopfenreuth der Fall ist.


Dort ist die „via donau“ auf eine Zustimmung des Gemeinderats angewiesen, um fortfahren zu können.“ Und Reiter legt noch nach: „Seine Führungsriege alleine war das Preisgericht unter den eingereichten Architekturentwürfen des heutigen Gemeindezentrums, sodass der Gemeinderat nur noch zustimmen konnte, um eine Landesförderung zu bekommen“, kritisiert Reiter.

Zabadal konterte diesen Vorwürfen bei der Info-Veranstaltung: „Vielleicht habe ich in der Vergangenheit wirklich den Fehler gemacht, unsere Leistungen nicht gut genug zu verkaufen, ab jetzt will ich auf mehr Information der Bürger setzen – mit mindestens zwei Info-Veranstaltungen pro Jahr.“

Svatunek: "Nicht als ,Freiwild‘ zum Abschuss freigeben"

Anton Svatunek, Spitzenkandidat der erstmals antretenden „Bürgerplattform“, habe bis zuletzt überlegt, ob er zur Info-Veranstaltung gehen solle: „Aber ich wollte mich auf einer SP-Veranstaltung mit einem roten Moderator nicht als ,Freiwild‘ zum Abschuss durch die SP freigeben. Ich wäre gut vorbereitet gewesen.“

Auch die Art der Einladung störte ihn: „Zabadal hat mir einfach ein Kuvert in die Hand gedrückt.“ Traurig macht ihn der Wahlkampf zwischen Rot und Schwarz: „Es ist keine Besserung in Aussicht, die Streitereien gehen weiter.“ Wenn also Bürger Verbesserung wollen, so müssten sie die „Bürgerplattform“ wählen: „Wir reden nach der Wahl mit allen, sofern man mit uns reden will.“ Ein Wahlergebnis traut er sich nicht vorherzusagen: „Alles ist möglich.“

Johann Barnet, Chef der gleichnamigen Bürgerliste, argumentiert seine Abwesenheit ähnlich wie Svatunek: „Ich habe die Bürgerliste gegründet, um abseits der üblichen Parteipolitik und Konflikte zu agieren. Mich auf dieser Info-Veranstaltung hinzustellen und herumzustreiten, bringt nichts. Das liefert den politischen Mitbewerbern nur Munition.“ Der politische Ton sei generell ungesitteter als früher.