Erstellt am 25. November 2015, 05:08

von Thomas Schindler

Lobau-Tunnel: ÖVP macht jetzt Druck. Schwarze im Bezirk Gänserndorf fordern den SP-Verkehrsminister und Wiens SP-Bürgermeister auf, Bau des Tunnels voranzutreiben.

Die Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt „S1 Wiener Außenring Schnellstraße von Schwechat bis Süßenbrunn“ (inklusive Lobau-Tunnel) wurde nach fast zehn Jahren im heurigen Frühling positiv abgeschlossen. Die Asfinag wollte nächstes Jahr mit dem Bau des 10 km langen Abschnitts zwischen Groß-Enzersdorf und Süßenbrunn beginnen. Der 9 km lange Tunnel sollte 2018 folgen und 2025 fertig sein.  |  NOEN, Asfinag

177 Delegierte nahmen vergangene Woche am Gänserndorfer ÖVP-Bezirksparteitag teil, bei dem Landtagsabgeordneter Bürgermeister René Lobner zum neuen VP-Bezirksparteichef gewählt wurde (die NÖN berichtete). Lobner nutzte dabei die Gelegenheit, einen Resolutionsantrag einzubringen, der auch einstimmig beschlossen wurde.

Mit diesem werden SPÖ-Verkehrsminister Alois Stöger und Wiens SP-Bürgermeister Michael Häupl aufgefordert, „das Lobau-Tunnel-Projekt zügig voranzutreiben und keine weiteren Verzögerungen zuzulassen“. Hintergrund für die „Aktion scharf“: Wiens Grünen-Vize Maria Vassilakou hatte kurz nach dem Unterzeichnen des rot-grünen Koalitionsabkommens verkündet, dass „der Tunnel vom Tisch ist“. Häupl wiederum betonte, dass die sechste Donauquerung – in welcher Art auch immer – im Koalitionsvertrag festgehalten sein.

"Wir diskutieren eh schon seit 25 Jahren,
jetzt muss endlich einmal Schluss sein."

Die Gänserndorfer Bezirks-ÖVP hat von diesem Katz-und-Maus-Spiel auf jeden Fall die Nase voll. Lobner: „Es kann nicht sein, dass der geplante Lobau-Tunnel jetzt wieder in Frage gestellt wird. Das ist für uns nicht akzeptabel. Es scheitert auch nicht am Geld. Die Asfinag sagt, dass dieses für den Bau des Tunnels vorhanden ist.“

Der VP-Politiker weiter: „Wenn das Tunnel-Paket erneut aufgeschnürt wird, gibt es wieder zehn Jahre Verzögerung. Wir diskutieren eh schon seit 25 Jahren, jetzt muss endlich einmal Schluss sein.“ Lobner gibt sich kämpferisch: „Sollte es erneut zu Verzögerungen kommen, werden wir Protestaktionen durchführen – aber nicht auf unserem Boden, sondern in Wien, damit man diese dort deutlich spürt.“

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