Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:53

von Thomas Schindler

Lobau-Tunnel: Sicher bei einem Erdbeben?. Umweltschützer berufen sich auf Erkenntnisse von Geologen und fordern, dass bei den Bauplänen nachgebessert wird.

So soll der Lobau-Tunnel unter der Donau zwischen Schwechat und Groß-Enzersdorf einmal aussehen. Derzeit liegen alle Pläne beim Bundesverwaltungsgericht, das über die diversen Einsprüche der Umweltschützer entscheiden muss. Die Asfinag will 2018 mit dem Bau des Tunnels beginnen.  |  NOEN, Asfinag

Ist der angedachte Lobau-Tunnel unter der Donau zwischen Schwechat und Groß-Enzersdorf eigentlich erdbebensicher oder nicht? „Nein“, sagt Wolfgang Rehm, Sprecher der Umweltschutzorganisation „Virus“, und beruft sich dabei auf Studien des Geologen-Teams rund um Kurt Decker.

Ist die "Röhre" erdbebensicher ?

Wie Rehm betont, sei beim Lobau-Tunnel-Projekt völlig ausgeblendet worden, dass mit dem sogenannten „Markgrafneusiedler Bruch“ ein Ausläufer jener Störung, an der in der Vergangenheit starke Erdbeben auftraten, bis 3,5 Kilometer an den Tunnel heranreiche: „Die Röhre ist - so wie sie jetzt geplant ist - sicherlich nicht erdbebensicher, weil die mögliche Erdbebenstärke viel zu gering bemessen wurde. Da muss auf jeden Fall noch nachgebessert werden.“

Rehm betont, dass es nicht so sehr um ein Einstürzen des Tunnels gehe, sondern um die Gefahr, dass die Röhre bei einem Erdbeben undicht wird. Und was dann passiert, weiß niemand so recht: Würde der Tunnel mit Wasser volllaufen? Wenn ja, in welcher Zeit? Würden Deckenverkleidungen zu Boden stürzen? Würden im Bereich der elektrischen Anlagen Brände ausbrechen?

Rehm: „Wir müssen immer vom Worst Case ausgehen – in einem 8,5 Kilometer langen Tunnel.“ Die NÖN wollte zu den Bedenken der Umweltschützer natürlich eine Stellungnahme der Asfinag einholen. Diese wurde aber bis Redaktionsschluss leider nicht übermittelt.