Marchegg

Erstellt am 08. Juli 2016, 04:00

von Jutta Hahslinger

Naiv: Verliebte (17) verfasst Drohbrief für Freund. Für den Partner sprang 17-Jährige in Bresche: Sie ließ sich Drohung für Zugbegleiterin diktieren und versendete diese von ihrem PC.

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„Bleiben Sie bei der Wahrheit“, mahnt Richter Rainer Klebermaß die Beschuldigte aus Marchegg und erinnert: „Sie saßen erst kürzlich wegen einer Falschaussage hier und wurden nach einer gescheiterten Diversion zu drei Monaten auf Bewährung verurteilt.“

„Ich hatte die falschen Freunde und war leicht beeinflussbar. Die haben mir eingeflüstert, alles hinzuschmeißen. Deshalb habe ich nur 23 von 40 Sozialstunden gemacht“, kommt es leise von dem Teenager. Jetzt wolle sie aber die Wahrheit sagen, beteuert sie. Sie habe den damaligen Freund in Schutz genommen und deshalb falsch ausgesagt.

War Ex-Freund der Schuldige?

Auch die von ihr verschickte Drohbotschaft an eine Zugbegleiterin gehe auf die Kappe des Ex-Freundes: „Ich kenne die Frau gar nicht. Mein ehemaliger Freund hatte Probleme mit ihr. Er hat sich im Zug aufgeführt und wurde von der Schaffnerin abgemahnt. Er hat sich über sie geärgert und mir dann die Drohung diktiert“, schildert die 17-Jährige.

„Das war nicht sehr klug von Ihnen“, kommentiert der Richter. „Ja, ich weiß. Es war eine Riesendummheit“, gibt sich der Teenager einsichtig.

Der Jugendrichter lässt noch einmal großzügig Milde walten und verhängt über die reumütige Jugendliche keine Zusatzstrafe. Er hält die im Juni verhängte Bewährungsstrafe für ausreichend.