Erstellt am 22. Juni 2016, 04:00

von Erwin Nußbaum

Tempo-Limit auf B 49 regt auf. Bürger wettert gegen neue, unverständliche Geschwindigkeits-Begrenzung auf B 49 durch die Storchenstadt. Die NÖN bat die Bezirkshauptmannschaft um Aufklärung.

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"Nach mehr als zehnjähriger Verzögerung wurden nun endlich die Wünsche der Bevölkerung teilweise erfüllt und die Geschwindigkeit auf der B 49 – Ortsdurchfahrt Marchegg – von 70 km/h auf 50 km/h gesenkt“, zeigt sich Christian Fiala, seines Zeichens langjähriger Kämpfer für eine Tempo-Reduktion auf der Bernsteinstraße, leidlich befriedet.

Es sei aber nur eine halbherzige Lösung: „Gerade auf dem exponierten Teilstück der bergabführenden Ortseinfahrt wurde das das höchstzulässige Tempo bei 70 km/h belassen. Und das Obwohl gerade auf diesem Teilstück immer wieder schwere Unfälle passieren.“ Als Anrainer gewinne man den Eindruck, dass dort jetzt noch schneller gefahren wird. Tatsächlich befinden sich auf dem genannten Streckenabschnitt zwei Kreuzungen.

„Ignoranten rasen einfach weiter“

„Obwohl die Eingewöhnungsphase schon längst überschritten ist, gibt es nach wie vor eine Vielzahl von Ignoranten, die sich an keine Vorschriften halten und ungeniert weiterrasen“, kritisiert Fiala abschließend. Die NÖN hat bei der Bezirkshauptmannschaft nachgefragt, warum die Geschwindigkeitsregelung auf der B 49 in der Storchenstadt so eigentümlich gestaltet wurde – das Ergebnis war überraschend.

So erklärt der stellvertretende Bezirkshauptmann Wolfgang Merkatz, dass die Entscheidung , den „50er“ nicht auf der ganzen Strecke durchzusetzen, auf die baulichen Begebenheiten an der Straße zurückzuführen sei: „Da das Ortsbild im betreffenden Abschnitt entlang der B 49 mittlerweile zumindest auf einer Seite eine durchgehende Bebauung hervorgebracht hat, ist entlang dieser Bebauung eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h gerechtfertigt.“

Die von Fiala erwähnten kurzen Teilstücke mit der alten „70er“-Beschränkung weisen laut Merkatz eine solche notwendige Bebauung nicht auf, dadurch sei eine Tempo-Reduktion nicht möglich. Die beiden erwähnten Kreuzungen seien laut der gesetzlichen Bestimmungen ausreichend einsehbar: „Es passieren zwar im betreffenden Bereich immer wieder mal Unfälle, diese sind aber laut Gutachten nicht auf das Tempo-Limit zurückzuführen.“

Auf die mobile Radarüberwachung habe die Bezirkshauptmannschaft zwar wenig Einfluss, bekäme man aber Kenntnis davon, dass auf einem Streckabschnitt gerast würde, könne man auf eine stärkere Überwachung urgieren.