Erstellt am 09. Oktober 2015, 06:02

von Markus Szelnekovics

Grüne um Wasser besorgt. Öko-Partei vergab ihre monatliche kritische „Auszeichnung“. Dieses Mal wurde die Steigerung der Nitratbelastung im Grundwasser des Weinviertels kritisiert.

Grünen-Gemeinderat Schwarz, Grünen-Klubobfrau Krismer und Landtagsabgeordnete Enzinger (von links) würden nicht aus diesem Brunnen trinken.  |  NOEN, Grünen

Die Grünen NÖ vergaben ihren „Schildbürgerstreich“ dieses Mal im Gasthaus zur Zuckerfabrik. Die „Auszeichnung“ ging an den Rechnungshof, der die Investitionen und Maßnahmen zur Entlastung des Grundwassers im Weinviertel geprüft hatte.

Das Marchfeld war 2009 eines von drei Gebieten Österreichs, wo das Grundwasser in schlechtem Zustand war. Hauptschuld an dieser Misere trage die Landwirtschaft. Das Land NÖ versuchte seit damals, mit einem Maßnahmenkatalog entgegenzusteuern: Durch Festlegung von Verbotszeiten für die Ausbringung sowie die Einschränkung von Wirtschaftsdünger sollte das Eindringen von Nitrat in den Boden verringert werden. „Das ging schief, wie der Rechnungshofbericht und zeigt“, schlägt Grünen-Klubobfrau Helga Krismer Alarm.

Der Rechnungshof-Bericht zur „Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im Bereich Grundwasser im Weinviertel“ habe gezeigt, dass trotz der Maßnahmen keine Verbesserung der Wasserqualität erzielt werden konnte. „Ganz im Gegenteil: Im Weinviertel verzeichnet man eine Steigerung der Nitratbelastung. 6,78 Millionen Euro Fördergelder sollen diese Maßnahmen von 2009 bis 2013 verschlungen haben,“ so Krismer.

Und weiter: „Hauptverursacher des Problems seien die Landwirte, die in ihren Betrieben auf Chemie setzen. Kontrollen müssten regelmäßig und flächendeckend durchgeführt werden, das ist im Weinviertel nicht oder nur mangelhaft passiert.“

Aus Sicht der Grünen sind die „sinnlosen“ Maßnahmen zur Entlastung des Wassers im Weinviertel ein handfester Umweltskandal: „Die einzige Möglichkeit, das Grundwasser zu sanieren, ist ein millionenschweres Maßnahmenpaket zur Förderung des Umstiegs auf Bio-Landwirtschaft. Weg von der Chemie“, so Krismer abschließend.