Schönkirchen-Reyersdorf

Erstellt am 02. Dezember 2016, 02:34

von David Aichinger

Revolution: Neue OP-Methode nach Kreuzbandriss. Medizinische Uni Wien und der Schönkirchener Patrick Weninger erhoffen sich schnellere Genesung und dauerhafte Stabilität.

Patrick Weninger (38) entwickelte eine neue OP-Methode.  |  privat

Er ist eine der gefürchtetsten Verletzungen, die Sportler, aber auch weniger bewegungsfreudige Menschen erleiden können: Der Kreuzbandriss. Die Diagnose ist oft niederschmetternd, die Pause lang. Neun Monate aufwärts empfehlen Mediziner in der Regel, bis wieder uneingeschränkter Kontaktsport betrieben werden darf.

„Eine lange Zeit“, weiß auch einer, der dieses Thema von der anderen Seite beleuchtet: Der Schönkirchen-Reyersdorfer Patrick Weninger ist Kniespezialist, Operationen an lädierten Kreuzbändern sind sein Geschäft – rund 250 davon führt er im Jahr durch.

 „Das bedeutet, dass vermutlich schneller wieder Sport gemacht werden kann.“

Patrick Weninger über eine Folge der Operations-Methode mit durchbluteten Sehnen 

Um den Patienten das Leben zu erleichtern, wird fortlaufend geforscht. Erst letztes Jahr setzte sich eine Stoßwellen-Therapie durch, die die Reha im Durchschnitt um vier Monate verkürzen soll. Jetzt entwickelte Weninger mit der Medizinischen Universität Wien auch eine neue OP-Methode.

Anstatt wie bisher Sehnen ohne Durchblutung zu verwenden, soll das Kreuzband künftig mit durchbluteten Sehnen repariert werden. Vorteil: Die durchblutete Sehne wächst viel schneller ein. „Das bedeutet, dass vermutlich schneller wieder Sport betrieben werden kann. Zusätzlich dürfte es verhindern, dass das ersetzte Kreuzband noch einmal reißt, wie zum Beispiel bei Lindsey Vonn“, erzählt Weninger, der Entwickler und Erstbeschreiber der Methode im Fachjournal „Journal of Orthopaedics“ ist.

Angewandt wurde die neue Methode, die im Dezember auf einer Pressekonferenz in Wien offiziell vorgestellt wird, bisher noch nicht, das ändert sich bald: „Der erste Patient wird Ende Dezember so operiert“, weiß Weninger. „Ein Skifahrer, der sich Mitte November beim Slalomtraining verletzte.“