Strasshof an der Nordbahn

Erstellt am 27. April 2017, 02:05

von Robert Knotz

Wirbel wegen Werbung. Grünen-Gemeinderat Haitzer kritisiert hohe Kosten für die Reklame und SP-Ortschef wegen eines Beschlusses. VP-Landtagsabgeordneter Lobner und Deltl wehren sich.

Grünen-Gemeinderat Gerhard Haitzer.  |  NOEN, Archiv

Grünen-Gemeinderat Gerhard Haitzer kritisiert die – seiner Meinung nach – überhöhten Kosten für den „Marchfeldtag“, der am 12. Mai am Michaelerplatz und dem Looshaus in der Wiener Innenstadt über die Bühne geht (siehe auch Bericht auf Seite 30). Diese Aktion solle Werbung für die Region, die sich ja für die Landesausstellung 2021 beworben hat, unter den Stichworten „Kulinarik, Landwirtschaft, Wirtschaft, Kultur und Natur“ machen.

Haitzers Vorwürfe: „Unsere Gemeinde bezahlt jedes Jahr drei Euro pro Einwohner an die Leaderregion (Kleinregion Marchfeld). Auch die anderen 23 Kommunen zahlen diesen Betrag. Jetzt sollen wir aber zusätzlich 2.000 Euro für einen Marchfeldtag aufbringen. Insgesamt soll diese Werbemaßnahme mit 58.000 Euro zu buche schlagen. Das erscheint mir sehr hoch.“ Es sei die ureigenste Aufgabe des Vereins, Promotion für das Marchfeld zu machen.

„Werbung für das Marchfeld könnte einfacher und billiger sein."Gerhard Haitzer

„Werbung für das Marchfeld könnte einfacher und billiger sein. Jede Gemeinde hat einen Musikverein, der bei dieser Werbe-Aktion spielen könnte. Die Bürgermeister könnten ihre Gemeinden vorstellen und die Betriebe ihre Produkte präsentieren“, so der Öko-Gemeinderat.

VP-Landtagsabgeordneter René Lobner, Obmann der Leaderregion, klärt auf: „Offensichtlich ist es so, dass in manchen Gemeinden ein Mangel an Information vorhanden ist. Fakt ist, dass die 23 Marchfeld-Gemeinden in drei verschiedene Organisationen, nämlich Leaderregion, Kleinregion und Tourismusverband, einzahlen.“ Mit den Mitteln würden unter anderem Büro, Mitarbeiter sowie diverse Projekte finanziert.

Und weiter: „Im Rahmen des Marchfeldtages wollen wir uns als Region in Wien einem breiten Publikum professionell in all den Facetten, die unsere Region zu bieten hat, präsentieren. Jede Gemeinde soll hierfür einen solidarischen Beitrag leisten. Die kolportierten Zahlen rühren von einer groben Preiskalkulation her.“ Man hoffe auch auf eine entsprechende Leaderförderung. „Professionelles Auftreten, Marketing etc. sind notwendig“, so Lobner.

Mit „Dazöns ma des murgen“ abgewimmelt?

Im Zusammenhang mit dem Marchfeldtag kritisierte der Grüne auch SP-Bürgermeister Ludwig Deltl: Er habe via E-Mail einen sogenannten Umlauf-Beschluss bei Amtsdirektor Michael Gintenreither in Auftrag gegeben, um die Zustimmung der Gemeinderäte für den Beitrag Strasshofs – die vorhin erwähnten 2.000 Euro – zu erhalten, da vor dem „Marchfeldtag“ keine Sitzung stattfand.

„Ich wollte Deltl auch ersuchen, dass nicht der Gemeindedirektor die Beschlüsse einholt, sondern der Bürgermeister selbst. Oder im Text vermerkt wird, dass dies im Auftrag des Bürgermeisters geschehen sei“, so Haitzer. Und weiter: „Leider war die Antwort des Bürgermeisters wenig befriedigend, denn er sagte nur abwertend, dass er dafür seine Mitarbeiter habe. Als ich ihn nochmals überzeugen wollte, drehte er sich mit den Worten ,Dazöns ma des murgen‘ weg.“

Deltl lässt diesen Vorwurf allerdings nicht auf sich sitzen: „Ich habe als Bürgermeister andere Sachen zu tun als E-Mails mit Anhängen zu verschicken. Haitzer ist kurz vor Beginn unserer Ortsreinigungsaktion auf mich zugestürmt und ist mich vor zahlreichen anderen Gemeindemandataren lautstark angegangen. Da konnte ich ihm nur diese Antwort geben.“