Erstellt am 12. April 2017, 05:22

von Edith Mauritsch

Baby tot: Vater rutschte mit Säugling in der Hand aus. Nur dreieinhalb Wochen alt wurde der Bub einer bulgarisch-serbischen Familie. Auf der Kellerstiege rutschte dem Vater der Säugling aus dem Arm und prallte am Boden auf.

Hinter dieser Fassade in der Hauptstraße passierte das tragische Unglück. Der Vater gab an, dass ihm das Baby aus der Hand gerutscht und auf dem Boden aufgeprallt sei.  |  NOEN, Mauritsch

Als Rettung und Polizei Anfang April zu einem Einsatz in einem in der Hauptstraße alarmiert wurden, musste man bereits Schlimmes befürchten, wenig später stand dann fest: Ein dreieinhalb Wochen altes Baby war gestorben, die Einsatzkräfte konnten nichts mehr für den Buben tun.

Postenkommandant Gerhard Teuschl: „Verletzungen könnten schlüssig zu Aussagen des Vaters sein.“  |  NOEN, Polizei

Was war genau geschehen? Der Vater, ein bulgarischer Staatsbürger, habe angegeben, dass ihm der Säugling auf der Kellertreppe aus dem Arm gerutscht und hinuntergefallen sei. Die Exekutive wurde beigezogen, die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion des Säuglings an. Diese ist zwischenzeitlich abgeschlossen, der Leichnam wieder freigegeben. Die Eltern konnten bislang noch nicht einvernommen werden. Ein Hauptpunkt wird die Rekonstruierung des Zeitdiagramms der Vorfälle sein.

Die NÖN sprach mit der ermittelnden Polizeiinspektion. Postenkommandant Gerhard Teuschl zum aktuellen Stand der Dinge: „Aufgrund der bislang vorliegenden Erkenntnisse der Obduktion könnten die Verletzungen des Säuglings schlüssig sein zu den Aussagen des Vaters.“

„Der Vorfall macht mich persönlich sehr betroffen.“ SP-Bürgermeisterin Claudia Weber

Ob beziehungsweise aufgrund welchen Vergehens Anklage erhoben wird, liegt im Ermessensbereich der Staatsanwaltschaft. Jedenfalls im Raum stehen könnte ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung.

SP-Ortschefin Claudia Weber zeigte sich angesichts der tragischen Ereignisse sehr betroffen.  |  NOEN, Archiv

Bestürzung über den tragischen Vorfall herrscht natürlich auch bei SP-Bürgermeisterin Claudia Weber: „Der Vorfall macht mich persönlich sehr betroffen“, gibt die Ortschefin ihrem tiefen Bedauern Ausdruck.

Die Liegenschaft, in der das Unglück passierte, ist Massevermögen im Zuge eines Insolvenzverfahrens am Landesgericht Korneuburg, als Masseverwalter fungiert Rechtsanwalt Kurt Schick. Mit dem Vorfall konfrontiert, wirkte der Jurist erstaunt: „Ich weiß bislang von nichts und kann Ihnen daher auch keinerlei Auskunft dazu geben.“