Matzen-Raggendorf

Update am 06. April 2017, 15:31

von Edith Mauritsch

Babytod wird untersucht. Dienstagabend standen Rettung und Polizei mit Blaulicht vor einem Haus in der Hauptstraße in Matzen. Wie die NÖN erfahren hat, ist es zu einem ungeklärten Todesfall eines dreieinhalb Wochen alten Babys gekommen...

 |  NOEN, FABRY Clemens

Die alarmierte Rettung kam zu spät für den dreieinhalb Wochen alten Buben, er starb. Die Familie wohnt seit 2016 in einem der Gästezimmer und hat mehrere Kinder.

Nach dem Tod des Säuglings ermittelt die Staatsanwaltschaft Korneuburg gegen den Vater wegen fahrlässiger Tötung. Der Mann, ein bulgarischer Staatsbürger, habe angegeben, dass ihm der Säugling auf der Kellertreppe aus dem Arm gerutscht und hinuntergefallen sei. Die Exekutive wurde beigezogen, die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an.

Die NÖN sprach mit der ermittelnden Polizeiinspektion, Postenkommandant Gerhard Teuschl zum aktuellen Stand der Dinge: „Aufgrund der bislang vorliegenden Erkenntnisse der Obduktion könnten die Verletzungen des Säuglings schlüssig sein zu den Aussagen des Vaters.“ Den endgültigen Obduktionsbericht erhält die Staatsanwaltschaft.

Einvernahmen von Vater und Mutter sollen Klarheit bringen

Der Vater und die serbische Mutter sollen nunmehr einvernommen werden, als Offizialdelikt ergeht eine Anzeige der Polizeiinspektion Matzen nach dem Strafgesetzbuch. Ob beziehungsweise aufgrund welchen Vergehens Klage erhoben wird, liegt im Ermessungsbereich der Staatsanwaltschaft. Jedenfalls im Raum stehen könnte ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung.

„Der Vorfall macht mich persönlich sehr betroffen“, gibt SPÖ-Bürgermeisterin Claudia Weber ihrem Bedauern Ausdruck.

Die Liegenschaft ist Massevermögen im Zuge eines Insolvenzverfahrens am Landesgericht Korneuburg, als Masseverwalter fungiert Rechtsanwalt Kurt Schick. Mit dem Vorfall konfrontiert wirkte der Jurist erstaunt: „Ich weiß bislang von nichts und kann Ihnen daher auch keine Auskunft geben.“