Erstellt am 15. Oktober 2016, 05:00

von Jutta Hahslinger

In Bedrängnis auf die Motorhaube gehechtet. Mit Sprung auf die Motorhaube rettet sich 35-Jähriger vor Wagen mit Bekanntem am Steuer: Unfall oder absichtliche Attacke?

An Ort und Stelle versuchte Richter Dietmar Nußbaumer (links, mit Brille) mit Zeugen zu klären, ob der Beschuldigte absichtlich auf den Passanten zugefahren ist.  |  Adensam

„Ich habe nur eingeparkt und bin praktisch schon gestanden, als er auf meinen Wagen gesprungen ist“, erklärt der angeklagte Bosnier (33) und beteuert seine Unschuld. Er habe nicht versucht, den ihm gut bekannten Rumänen (35) wegen einer Frauengeschichte zu überfahren, erklärt er und will von einer versuchten absichtlichen Körperverletzung am 24. Mai in Matzen nicht wissen. Er macht im Gegenzug eine Sachbeschädigung des vermeintlichen Opfers geltend.

Gegen Windschutzscheibe geschleudert

Gegen die Version des Bosniers steht die Aussage einer Zeugin, die gesehen haben will, dass der Mercedesfahrer (der Beschuldigte, Anm.) mit erhöhter Geschwindigkeit auf den Rumänen zugefahren sei. Dieser habe sich mit einem Hechtsprung auf die Motorhaube vor dem herannahenden Wagen gerettet. Er sei gegen die Windschutzscheibe geschleudert worden und dann auf die Straße gefallen, schildert die Zeugin und seufzt: „Zum Glück blieb er unverletzt.“

Die Aussagen gehen auch beim Lokalaugenschein in Matzen auseinander. Ein Kfz-Sachverständiger bringt dann etwas Licht in die verworrene Geschichte. Der Fußgänger muss auf den Wagen zugegangen sein, meint der Experte.

Absichtliche Körperverletzung

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren verwirft Richter Dietmar Nußbaumer einen Schuldspruch wegen versuchter absichtlicher Körperverletzung. Er verurteilt den Autofahrer wegen gefährlicher Drohung zu vier Monaten auf Bewährung. Nicht rechtskräftig.