Erstellt am 18. März 2016, 05:04

von Markus Glück

Mehr Platz für die Urnen. Letzte Ruhestätte wurde um 23.000 m2 erweitert und ist Referenzprojekt von „Natur im Garten“. Die Kosten von 900.000 Euro wurden unterschritten.

Im Zuge der Gesamterweiterung des Friedhofs wurden Flächen für neue Urnenplätze geschaffen.  |  NOEN, Atelier Deubner

In den letzten Jahrzehnten ist die Bezirkshauptstadt rasch gewachsen. Dieses Wachstum machte nun auch eine Erweiterung des Friedhofs dringend notwendig. Mitgrund der Vergrößerung war auch, dass zum Zeitpunkt des Planungsbeginns im Jahr 2014 nur mehr eine Handvoll Urnengräber zur Verfügung standen und die Tendenz in den letzten Jahren verstärkt in diese Richtung geht.

„Es war in jeder Hinsicht Handlungsbedarf gegeben und wir haben uns für eine zukunftsweisende Lösung entschieden“, erklärt VP-Bürgermeister René Lobner.

Naturnahe Friedhofsanlage

Neben den bestehenden Anlagen von 2.400 m2 ging es dabei auch um eine Gesamterweiterung von 23.000 m2, die den Bedarf an Bestattungsflächen für die nächsten Jahrzehnte decken soll. Die Kosten wurden mit 900.000 Euro veranschlagt. „Obwohl noch keine endgültige Abrechnung vorliegt, kann ich sagen, dass wir diese Summe unterschritten haben“, ist Lobner zufrieden.

Zentrale Vorgabe im Erweiterungskonzept war die Gestaltung einer naturnahen Friedhofsanlage mit lokalem Erholungswert. Die bestehenden Friedhofsflächen wurden dafür adaptiert und teilweise vergrößert, sodass ein Park- und Waldfriedhof entstand. „Gleichzeitig sollte auch ein Wasserbiotop in die Komposition eingebunden werden“, erläutert Peter Vopicka vom Architekturbüro Deubner. Daneben, so Vopicka, war es das Ziel, trotz parkähnlicher Gestaltung das Maximum für die Nutzung der Flächen für Bestattungszwecke zu schaffen.

„Es war in jeder Hinsicht Handlungsbedarf gegeben 
und wir haben uns für eine zukunftsweisende
Lösung entschieden.“
René Lobner, Stadtchef

Durch die naturnahe Landschaftsgestaltung gelang es dem Gänserndorfer Architekten Helmut Deubner auch, multikulturellere und alternative Bestattungsformen einzubauen. Dabei wurde unter anderem die Möglichkeit für Erd- und Urnenbestattungen sowie dafür, Gedenksteine in der Wiese zu setzen, geschaffen. Die geschwungene Wegführung unterstreicht den Parkcharakter der Anlage.

Ein weiteres Augenmerk bei der Gestaltung wurde auf die Arten- und Standortvielfalt gelegt. Dadurch sind der Friedhof und dessen Erweiterung auch ein Referenz- und Förderprojekt von „Natur im Garten“ – hier wurden Förderungen des Landes Niederösterreich lukriert.