Erstellt am 11. Februar 2016, 05:03

von Nina Wieneritsch

Mieterin: „Wir leben zu viert auf 35 m2“. Vier Personen in einer Mini-Wohnung: Bewohnerin fühlt sich im Stich gelassen. Stadtchef: „Haben Alternative angeboten.“

Aufregung im Gemeindebau: Eine Mieterin beklagte sich am NÖN-Telefon, dass sie mit ihrer Schwester und den beiden Nichten auf 35 Quadratmetern leben muss.  |  NOEN, Wieneritsch

Frau S. (Name der Redaktion bekannt) lebt seit über acht Jahren in ihrer 35-Quadratmeter-Gemeindewohnung. Seit drei Jahren wohnen auch ihre Schwester sowie die zwei kleinen Nichten – 6 und 12 Jahre alt – bei ihr.

Der Grund: „Meine Schwester bekommt keine Förderung. Bis jetzt wurde ihr nur eine 700-Euro-Mietwohnung angeboten, die sie sich nicht leisten kann“, so Frau S. „Wir bekommen nichts, dabei steht die Nachbarwohnung seit vier Jahren leer. Ihr Besitzer wohnt hier nicht, aber er behauptet dies.“ S. habe sogar schon mit dem zuständigen SP-Stadtrat Kurt Burghardt gesprochen – vergeblich.

Lobner: "Können uns keinen Vorwurf machen"

Auf NÖN-Anfrage verwies Burghardt auf VP-Bürgermeister René Lobner – man habe den Fall bereits besprochen und sei einer Meinung. Lobner wiederum gibt sich kryptisch, möchte der Mieterin medial „nicht ins Kreuz fallen“, sagt nur so viel: „Wir haben uns bemüht. Seitens der Gemeinde können wir uns keinen Vorwurf machen. Fakt ist: Wir hätten der Dame ab 1. Jänner 2015 eine Mietwohnung zukommen lassen.“ Dies sei im zuständigen Ausschuss parteiübergreifend einstimmig goutiert worden.

Mieterin S., darauf angesprochen: „Im September 2014 wurde meiner Schwester die schon erwähnte Wohnung angeboten. Sie hat damals gesagt, sie wartet, weil sie von der Neuen Heimat eine günstigere bekommen hätte.“

Diese sei am 1. Jänner 2015 zur Übergabe bereit gewesen, allerdings habe die Vormieterin Geld für die Möbel verlangt. „Das konnte sich meine Schwester nicht leisten.“ Die Vormieterin klagte, bekam Recht. Die Schwester konnte diese Wohnung nie beziehen, die Gemeindewohnung war bereits anderweitig vergeben.