Erstellt am 22. April 2017, 02:39

von Edith Mauritsch

„Grande Finale“ für Pröll. Nachbau der alten Volksschule aus Radlbrunn dient als Kompetenzzentrum für Kulturarbeit und Förderung regionaler Entwicklung. Eröffnung lockte zahlreiche Promis an.

VP-Hausherrin Angela Baumgartner überreichte ein Holzbild desKünstlers Fritz Brand. Ihre Bürgermeister-Kollegen aus der Region – hier Richard Schober aus Gaweinstal, Marianne Rickl aus Groß-Schweinbarth, Vize Ronald Wiesinger aus Sulz, Raimund Kolm aus Ebenthal, Kurt Jantschitsch auf Bad Pirawarth, Gerald Haasmüller aus Velm-Götzendorf, Gemeinderat Robert Cvrkal aus Schönkirchen-Reyersdorf, Karl Demmer aus Prottes, Herbert Stipanitz aus Spannberg und Hermann Gindl aus Hohenruppersdorf – sowie der Landesobmann des NÖ Seniorenbundes, Herbert Nowohradsky, bedankten sich bei Landeshauptmann Erwin Pröll mit einem Werk von „Laf“ Wurm.  |  NOEN, Mauritsch

Riesenandrang im Museumsdorf, kehrte zum Festakt doch ein berühmter Schüler quasi an den Ort seiner Kindheit zurück. Der scheidende VP-Landeshauptmann Erwin Pröll setzte mit diesem letzten offiziellen Auftritt gleichsam den Schlusspunkt seiner langjährigen Politkarriere in seinem Heimatviertel.

Im Originalgebäude in Radlbrunn drückte Pröll von 1952 bis 1956 die Schulbank. Seine Erinnerungen sind durchaus humoristisch: „Manchmal hätte ich mir schon gewünscht, die Schule wäre abgebrannt.“ Der Grundstein für lebenslange Freundschaften wurde dort gelegt, aber ebenso für die Überzeugung, wie wichtig die Verwurzelung in der Region im internationalen Kontext ist.

Auf die direkte Aufforderung von Moderatorin und Geschäftsführerin der Volkskultur Niederösterreich Dorli Draxler, doch als Vortragender an die Schule zurückzukehren, antwortete Pröll launig: „Ich habe mit 70 Jahren eine Karriere beendet, da fange ich doch nicht eine neue an.“ Nun, man wird sehen.

Museumsdorf-Geschäftsführerin Veronika Plöckinger-Walenta fungierte als Ko-Moderatorin. Zeitzeugin Waltraude Sporrer berichtete über ihre Erlebnisse in der Schule, Weinviertel-Literat Martin Neid erzählte die folgenschwere Geschichte einer Suppeneinlage, für die musikalische Umrahmung sorgten die Ortsmusikkapelle Niedersulz, die Pulautaler Kirtagsmusik und das Zistersdorfer Terzett. Dechant und Pfarrer aus Radlbrunn Edmund Tanzer nahm die Segnung vor.

Standing Ovations für Landeshauptmann

Mit der Festansprache gab Pröll nochmals Zeugnis seiner charismatischen Redekunst und bewies sein Geschick, aus einem „Ich“ ein „Wir“ zu machen. Die rund 1.000 Festgäste dankten es dem zum Zeitpunkt des Erscheines dieser NÖN-Ausgabe bereits ehemaligen Landeshauptmann mit Standing Ovations.

Die Schule der Regionen soll Drehscheibe zum Austausch von Interessen auch der Regionen Europas werden. Geschäftsführer Edgar Niemeczek von der Kultur.Region.Niederösterreich skizziert: „Unser Weg einer qualitätsvollen Kulturvermittlung wird konsequent fortgesetzt. Es geht darum, die Vitalität unserer Dörfer, Städte und Regionen zu erhalten und weiterzuentwickeln.“

Festgäste waren neben anderen VP-Justizminister Wolfgang Brandstetter, NÖ-Militärkommandant Martin Jawurek, Bauernbund-Direktorin Klaudia Tanner, ihr Vorgänger und der politische Ziehvater Prölls, Sixtus Lanner, Kultur.Region.Niederösterreich-Geschäftsführer Martin Lammerhuber, Leiter der Abteilung Kunst und Kultur im Land, Hermann Dikowitsch, der Vorsitzende der Volkskultur- NÖ-Privatstiftung Maximilian Kaltenböck, Dorferneuerungs-Obfrau Maria Forstner sowie Bezirkshauptmann Martin Steinhauser.