Erstellt am 15. September 2015, 08:29

von Thomas Schindler

Muss Kinderhort die Stadt verlassen?. Wenn die „Kijub“-Tagesgruppe keine Bleibe in Gänserndorf findet, wird sie Ende September nach Matzen übersiedeln.

Noch ist die »Tagesgruppe Sonnenschein« in diesem Gemeindegebäude in der Gänserndorfer Rotes-Kreuz-Gasse eingemietet.  |  NOEN, Foto: Schindler

Zur Erklärung: Das Kinder- und Jugendbetreuungszentrum („Kijub“) hat seinen Hauptsitz in Matzen, in der Gänserndorfer Rotes-Kreuz-Gasse verfügt es über eine Außenstelle, die sogenannte „Tagesgruppe Sonnenschein“. Hierbei handelt es sich um eine besondere Form eines Hortes, der an Werktagen nachmittags von bis zu zehn Kindern und Jugendlichen besucht wird. Und zwar von jenen, deren Familien sich in Problemsituationen befinden.

Die „Tagesgruppe Sonnenschein“ gibt es bereits seit fast zehn Jahren. Eingemietet ist sie in einem Gebäude, das der Gemeinde gehört. Weil die Stadt das Haus anderweitig verwenden will, wurde der Mietvertrag nicht mehr verlängert. Ende September muss die Tagesgruppe ausziehen. „Kijub“-Direktorin Susanne Sellnar erinnert sich im NÖN-Gespräch: „Wir haben in der ganzen Stadt nach einem neuen Quartier gesucht, leider ohne Erfolg.“ Falls sich noch ein interessierter Vermieter findet, möge dieser umgehend das „Kijub“ Matzen informieren.

Vertrag ist ausgelaufen

Wenn alle Stricke reißen, muss die Tagesgruppe Ende September ins Hauptgebäude nach Matzen übersiedeln. Sellnar sieht die Situation trotzdem nicht so tragisch wie manche Eltern: „Das einzige, das sich dann ändert, wäre der Transport von Gänserndorf nach Matzen. Der Standort in Matzen brächte auch einige Vorteile. Dort ist die Infrastruktur besser, es gibt mehr Platz und einen Gartenbereich.“

Übrigens: Der Stadtgemeinde Gänserndorf macht niemand einen Vorwurf, dass diese den Mietvertrag kündigte. Dies sei ihr gutes Recht als Hauseigentümer. VP-Bürgermeister René Lobner versteht die Aufregung nicht: „An mich hat sich niemand gewendet. Der Vertrag ist einfach nur ausgelaufen. Von mir aus kann die Tagesgruppe noch ein Jahr hierbleiben.“ Lobner will mit den Verantwortlichen Kontakt aufnehmen: „Wir werden eine Lösung finden.“