Erstellt am 15. Juni 2016, 05:00

von Ulla Kremsmayer

Nächtlicher Lärm und Wirbel aus Gasthäusern. Nächtlicher Lärm regt die Bewohner von Groß-Enzersdorf auf. FPÖ stellt sich auf Seite der „kleinen Gastronomen“, SP-Stadtchef: „Ich handle nach dem Gesetz.“

Vorm »Trotzdem!«: Trotz Parkplatznot wurde eine Sperrfläche errichtet und Schanigartenbetrieb untersagt.  |  NOEN, privat

Die FP ortet eine Benachteiligung der kleineren Wirtshäuser im Umkreis des „Bierwerks“. Stein des Anstoßes ist Lärm, der aus dem Lokal im Burghof dringt.
 

Es ist fast 1 Uhr früh, vom Bierwerk schallt Wirtshausbetrieb in die Gärten und Häuser der Innenstadtbewohner. Sperrstunde scheint es nur nach Belieben zu geben, nach dem Public-Viewing zur EM schon gar nicht. Und wenn im Gasthausgarten im Burghof eines der Open Air Konzerte in Donauinsel-Lautstärke gegeben wird, geht es auch nachher noch lange hoch her.

Man könnte sich fast nach der Beschallung durch den Bierwerk-Vorgänger, den nun pensionierten Lindmaier sehnen, der nur vierzehntägig die umliegenden Gärten unbewohnbar machte. Während in Wien die Schanigärten um 23 Uhr schließen, dreht man im Bierwerk und bei den gesitteteren Veranstaltungen wie Stadt- oder Zwiebelfest um diese Zeit zwar meist die großen Lautsprecher ab, fährt aber mit fortgeschrittener Promillezahl lautstark im „Non-plugged-Bereich“ fort. Es scheint keine Grenzen der Lärmbelästigung für Anrainer zu geben. Zumindest nicht für alle.

FPÖ ortet Hemmnisse für kleine Wirtshäuser

FP-Stadtrat René Azinger ortet Hemmnisse für die kleineren Wirtshäuser im Umkreis (siehe Bilder). „Ist es Willkür, Boshaftigkeit oder eine unnötige Machtdemonstration von SPÖ und Grünen?“, fragt Azinger. „Kann es sein, dass sich die Regierungsparteien zu schade sind, sich um die Bedürfnisse der Gewerbetreibenden zu kümmern? Oder arbeiten sie daran, das Wirtshaus, Treffpunkt des normalen Bürgers, das nicht so elitär wie das Kunstlokal oder der Kotter ist, umzubringen?“

„Nein, ich handle nach dem Gesetz“, betont SP-Stadtchef Hubert Tomsic. Es könne nicht sein, dass jeder um seines Geschäfts wegen die Ruhe der Anrainer stören kann, schon gar nicht in der Nacht. „Die Musik vom Bierwerk höre ich bis zu mir (Tomsic wohnt 1 km entfernt, Anm.) ich habe die Pächter schon vorgeladen.“ Den alten Lindmaier hatte er gewähren lassen, ebenso wie diverse Fest-Veranstalter. Die Anrainer sind gespannt, ob sich nun etwas ändert. Und auch die Gäste, die sich bereits an die freie Dezibelwahl gewöhnt haben.