Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:02

von Thomas Schindler

Hallenbad: Der Showdown naht. Nächstes Jahr wird Entscheidung fallen, betont der Bürgermeister und sucht bis dahin mitzahlende Gemeinden.

Das Gänserndorfer Hallenbad ist ein finanzielles Fass ohne Boden: Jedes Jahr verzeichnet es einen Abgang in der Höhe von etwa 450.000 Euro.  |  NOEN, Schindler

Die Zukunft des veralteten und schwer defizitären Hallenbades - es schreibt jährlich an die 450.000 Euro Verluste – ist nach wie vor nicht geklärt. VP-Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka hatte kürzlich betont, dass das Land einen Neubau finanziell unterstützen würde, wenn es VP-Bürgermeister René Lobner schafft, eine Gemeindekooperation auf die Beine zu stellen (die NÖN berichtete). Daran arbeitet der Stadtchef und Landtagsabgeordnete derzeit fieberhaft.

Lobner: „Mir schwebt ein kostenschlankes Schul-Hallenbad vor. Was wir keinesfalls brauchen, ist ein teurer Wellness-Tempel.“ Für den Neubau eines sogenannten Schul-Hallenbades am bisherigen Standort auf der Bahnstraße müssten nach Schätzungen des Bürgermeisters etwa 4,5 Millionen Euro auf den Tisch gelegt werden.

Ein kleines Vermögen würde der Abbruch des alten Bades kosten, nämlich 250.000 bis 300.000 Euro. Lobner: „Ein bis zwei Jahre würden Abbruch und Neubau dauern. In dieser Zeit würde es kein Hallenbad geben.“ Nächstes Jahr, so der Stadtchef, müsse und werde eine Entscheidung fallen: „Entweder wir reißen ab und bauen ein neues Bad oder wir reißen ab und es wird künftig kein Hallenbad mehr in Gänserndorf geben.“

Der jährliche Abgang sei für eine Weiterführung der bisherigen Einrichtung einfach viel zu hoch: „Außerdem würde das Minus in Zukunft noch weiter steigen – zum Beispiel, wenn wir die in die Jahre gekommene Lüftung sanieren müssen.“ Lobner sieht ein mögliches Aus für das Bad nicht als Drohung oder Druckmittel, sondern als sachliche, nüchterne Feststellung.

Das Ziel sei nun die Schaffung einer Gemeindekooperation: „Wir klären gerade, welche Kommunen sich finanziell beteiligen würden.“ Es sei klar, dass nicht alle 44 Gemeinden des Bezirks mitmachen werden: „Es würde aber schon reichen, wenn wir eine vernünftige Anzahl zusammenbringen.“

Am einfachsten funktioniere dies natürlich über den hiesigen Schulverband: „Dazu gehören die umliegenden Gemeinden.“ Wenn man die alle ins Boot holen könnte, wäre das bereits die halbe Miete. Lobner: „Mir wäre recht, wenn auch der Bund mitzahlen würde.“

Der Bürgermeister bezieht sich dabei auf den bevorstehenden Umbau (Vergrößerung) des Konrad Lorenz Gymnasiums: „Da könnte man in der Schule gleich einen Aulabereich mit einem direkten Zugang zum Bad schaffen.“ Trotzdem müsse man zuerst einmal die Rahmenbedingungen schaffen, so Lobner. Das Um und Auf sei eben die Gemeindekooperation.


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