Erstellt am 06. Februar 2016, 07:03

von Nina Wieneritsch

Neue Bürgerwehr sorgt für Aufregung. Nach NÖN-Bericht: Nun melden sich Mandatare aller Stadt-Parteien zu Wort. Die meisten sehen in der Wehr keinen Nutzen.

VP-Bürgermeister Wolfgang Peischl: »Unsere Stadt ist sicher.«  |  NOEN, Doronenko, NÖN

Die Reaktionen auf die in der Stadt gegründete und von FP-Bezirkschef Herbert Steindl so bezeichnete Bürgerwehr ( die NÖN berichtete ) waren geteilt: Während der Zusammenschluss von den einen milde belächelt wurde, sehen andere die Initiative als verständliche und ernst zu nehmende Konsequenz einer mangelhaften Sicherheitspolitik.

VP-Bürgermeister Wolfgang Peischl hatte bereits vergangene Woche im NÖN-Gespräch relativiert und festgehalten, dass die Stadt Zistersdorf sicher sei, auch mit den insgesamt zehn Flüchtlingen, die die Gemeinde bis dato aufgenommen hat, gebe es keine Probleme. Sie würden betreut und auch schon einen Deutsch-Kurs besuchen.

Das bestätigt auch Grünen-Gemeinderat Karl Kolar. Aber er merkt auch an: „Natürlich muss man die Ängste ernst nehmen. Zistersdorf hat zum Glück eine Polizeistation, aber in den umliegenden Gemeinden ist dies nicht der Fall.“

Kolar: „Gefahr einer gewissen Vernaderung“

Auch wenn Kolar der Meinung ist, dass der Begriff „Bürgerwehr“ für den Zusammenschluss der knapp 50 Zistersdorfer nicht passend ist („Es handelt sich dabei ja hauptsächlich um Frauen, die vorher ängstlich waren und nachher ängstlich sind.“), sieht er dennoch die Gefahr, dass eine „gewisse Vernaderung“ innerhalb der Bevölkerung stattfindet.

Notwendig sei die Bürgerwehr jedenfalls nicht, das findet auch SP-Stadtrat Martin Österreicher: „Bei uns ist alles ruhig, auch die Flüchtlinge sind ruhig.“ Er empfinde den Zusammenschluss als unnötig. Die Mitglieder sind nur über Facebook vernetzt, die Sinnhaftigkeit dessen sei fraglich.

FP-Stadtrat Siegfried Wurzer sieht diese aber durchaus gegeben, vor allem, wenn es um Kriminalität geht. „Wenn Einbrüche begangen werden, ist es gut, wenn gegenseitig aufgepasst wird. Da habe ich nichts dagegen.“ Und weiter: „Die Bürgerwehr ist ja nicht mit Waffen unterwegs, sondern eine reine Nachbarschaftshilfe.“