Erstellt am 12. September 2015, 07:32

von David Aichinger

Neue Methode: Kreuzband heilt schneller. Mit Hilfe einer Stoßwellen-Therapie soll sich die Rehazeit nach einer Kreuzband-OP um bis zu vier Monate verkürzen.

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Rund 4.000 Österreicher erlitten im Jahr 2014 einen Kreuzbandriss – eine gefürchtete Diagnose. In den meisten Fällen muss diese Verletzung mit einer OP behandelt werden, dazu kommt gewöhnlich eine lange Rehazeit. Neun bis zwölf Monate dauert es, bis Sportler danach wieder kniebelastende Sportarten ausüben können. Genau hier ist nun aber Besserung in Sicht.

Stoßwellen-Therapie hat sich etabliert

Seit mehreren Jahren wird bei der Behandlung von Fersensporn sowie Verkalkungen in der Schulter eine Stoßwellen-Therapie angewendet. Die sorgt für eine bessere Gewebedurchblutung, wodurch Regenerationsvorgänge beschleunigt werden. Dieses Prinzip wurde nun auch für das Knie übernommen.

Bei einer Kreuzband-Operation wird eine körpereigene Sehne – aus der Innenseite des Oberschenkels, aus der Kniescheiben- (Patellasehne) oder aus der Kniestrecker-Sehne – als Kreuzband-Ersatz verwendet. Durch die verbesserte Durchblutung mit der Stoßwelle wandelt sich dieses Sehnengewebe schneller als bisher gewohnt in ein Band um, auch die Einheilung des Transplantats in den Knochen wird beschleunigt. Das neue Kreuzband ist somit früher und stärker belastbar.

250 Kreuzband-OP im Jahr

Mit Patrick Weninger aus Schönkirchen-Reyersdorf hat auch ein Kniespezialist aus dem Bezirk die neue Methode schon zur Anwendung gebracht. Etwa 250 Kreuzband-OPs führt der 37-Jährige im Jahr durch. 51 Sportler, die nach einer Studie Weningers im Anschluss mit Stoßwellen behandelt wurden, waren im Vergleich mit jenen, die keine Stoßwellen erhielten, im Durchschnitt vier Monate schneller „back to sports“. Weninger ist von den Resultaten angetan: „Aufgrund dieser Erkenntnis setzen wir die Stoßwellentherapie nun routinemäßig bei Sportlern ein. Das ist ein echter Fortschritt in der Behandlung von Knieverletzungen. Vor allem Sportler werden in hohem Maße davon profitieren. Der Kreuzbandriss verliert so ein bisschen an Schrecken.“